G+J "Brigitte" fährt Sonderhefte zurück und hofft auf Event-Umsätze

Mittwoch, 11. Januar 2017
" Brigitte"-Publisherin Iliane Weiß
" Brigitte"-Publisherin Iliane Weiß
© G+J
Themenseiten zu diesem Artikel:

Brigitte Huber Geschäftsmodell Facebook Influencer


Erlebniswert: Gruner + Jahrs Frauen-Flaggschiff „Brigitte“ erklärt etliche eigene Veranstaltungen, die man bislang eher als Marketingmaßnahme oder Testballon gefahren hatte, im neuen Jahr systematisch zum Geschäftsmodell. Zugleich senkt die Gruppe die Zahl aller Print-Erscheinungstermine nach dem Allzeithoch in 2016 nun wieder etwas.

So veranstalten „Brigitte“-Chefredakteurin Brigitte Huber und Publisherin Iliane Weiß in diesem Jahr gleich zwei Job-Symposien – und das in größeren Hallen. Die Premiere 2016 zog 350 Teilnehmerinnen an, die dafür jeweils 300 Euro zahlten; die Veranstaltung war lange vorher ausgebucht. Auch etliche Sponsoren gab es – und 2017 dann doppelt. Außerdem will die Redaktion ihren Tag der offenen Tür („Brigitte Backstage“) nun monetarisieren, durch Eintrittsgelder und vor allem Sponsoren. Seit 2015 lädt man einmal jährlich nach Hamburg ein; zuletzt kamen über 1000 Leserinnen zu Redaktionsführung, Diskussion und Prosecco. Ebenfalls neu ist das kostenpflichtige E-Learning-Portal Brigitte Academy.

Diese Umtriebe sollen den tendenziellen Rückgang der Print-Umsätze kompensieren. 2016 allerdings gelang hier nach eigenen Angaben nochmal Stabilität, bei Vermarktung und Vertrieb. Angesichts rückläufiger Verkäufe des 14-täglichen Mutterschiffs dürfte dies mit der Ausweitung der Range der monothematischen jährlichen Specials (etwa Yoga, Reisen mit Kindern, Wechseljahre) und dem Start der quartalsweisen Line-Extension „Brigitte Kreativ“ zu erklären sein, von der man im Schnitt 45.000 Hefte verkauft (Copypreis 6,50 Euro). Mit allen Heften – „Brigitte“, regelmäßige Ableger, Sonderhefte – brachte es die Gruppe 2016 auf 68 Erscheinungstermine. Und insgesamt auf ein leichtes Umsatzwachstum.

Weil einzelne Sonderhefte 2017 nicht fortgeführt werden, stehen in diesem Jahr nur noch 60 Frequenzen an – was ein neuerliches Gesamtwachstum trotz stark steigender Digitalwerbe-, Handels- und Eventerlöse schwieriger machen dürfte. Neue Umsatzimpulse verspricht sich das „Brigitte“-Team von zwei neuen Heftablegern (einer davon war schon für 2016 angekündigt worden) und von einer „Shopping Card“, die zweimal jährlich auf dem Cover klebt und der Leserin – ohne Heftaufpreis – Rabatte bei bestimmten Handelspartnern bietet. Und im Digitalen vermarktet man nun das Bewegtbildformat Facebook Live einmal im Monat mit – gekennzeichnetem – Product Placement im Rahmen crossmedialer Pakete. Hier fungieren zwei junge Redakteurinnen als mittlerweile reichenweitenstarke Inhouse-Influencer. rp

Meist gelesen
stats