G+J "Brigitte"-Familie verfünffacht Zahl der Sonderhefte

Dienstag, 07. Januar 2014
"Brigitte"-Chefredakteurin Brigitte Huber
"Brigitte"-Chefredakteurin Brigitte Huber


Pralle Agenda im Jubiläumsjahr: 2014 feiert Gruner + Jahrs Frauenmagazin-Klassiker "Brigitte" 60. Geburtstag - und dreht auch jenseits der Feieraktionen richtig auf. So verfünffacht die Marke die Zahl ihrer Sonderhefte und startet eine Video-Offensive auf dem Portal Brigitte.de. Doch Chefredakteurin Brigitte Huber ist nicht nur zum Jubeln zumute.
Neben der Verdopplung der Frequenz des Mütter-Ablegers "Brigitte Mom", der 2014 viermal erscheint, plant Huber in diesem Jahr gleich sechs monothematische Sonderhefte der Haupt-"Brigitte". Im letzten Jahr war es eins: Das Magazin "Stricken", dessen gedruckte Auflage von 50.000 Stück bald ausverkauft war. Als nächstes kommt jetzt das Thema "Heilen und Meditieren".

Vom monatlichen Best-Ager-Ableger "Brigitte Woman" gab es im letzten Jahr ein Sonderheft ("Wechseljahre"), das nun ebenfalls ausverkauft ist. 2014 produziert G+J davon eine Neuauflage; hinzukommen drei weitere Sonderhefte zu anderen Themen. Unterm Strich erscheinen 2014 also unter der Dachmarke Brigitte zehn vor allem vertriebsorientierte Sonderhefte (2013: zwei) - und das neben der Haupt-"Brigitte" (14-täglich) und ihren regelmäßigen Ablegern "Brigitte Woman" (monatlich) und "Brigitte Mom" (dreimonatlich) sowie dem Portal Brigitte.de (täglich).

Das alles stemmt Chefredakteurin Huber mit dem bestehenden Team aus rund 65 Köpfen, davon etliche in Teilzeit. Zum Vergleich: Vor ein paar Jahren waren es noch über 100. Wobei die G+J-Controller diese Relation wohl eher als frühere Überbesetzung denn als heutige Unterbesetzung interpretieren. Allein im vergangenen Jahr habe sie zwölf Kollegen verabschieden müssen, so Huber: "Aber die Stimmung in der Redaktion ist sehr gut!"

Derweil planen die Digitalkollegen diverse Apps, einen Umbau von Brigitte.de samt einer Video-Offensive, die mit vier rein werbefinanzierten Koch- und Food-Formaten startet. Damit will G+J vom Boom der Bewegtbildwerbung profitieren und das Durchschnittsalter der Markennutzer weiter senken.

Auch die klassische Print-Vermarktung lief zuletzt gut: Laut Publisher Iliane Weiß habe "Brigitte" 2013 beim Anzeigenumsatz netto ein größeres Prozentplus hingelegt als brutto; bis Ende November lag der Zuwachs der Bruttowerbeerlöse (kumuliert: über 85 Millionen Euro) gegenüber 2012 bei 15,3 Prozent.

Bei der genretypisch sinkenden Auflage trösten sich Huber und Weiß damit, dass man zum Jahreswechsel die Verkäufe habe stabilisieren und so Marktanteile gewinnen können. Noch im 3. Quartal 2013 allerdings waren die Verkäufe gegenüber Vorjahr um 5,2 Prozent auf 554.826 Stück gesunken. Auf der Habenseite kann G+J allerdings leicht steigende Auflagen der kleineren Ableger und Sonderhefte verbuchen - und in diesem Jahr eben viel mehr davon. rp

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