GIK / Kartellamt Funke meldet Beteiligung an Forschung der Großverlage an

Freitag, 18. September 2015
Funke-Manager Manfred Braun
Funke-Manager Manfred Braun
Foto: Funke

Gut Ding wollte Weile haben: Neun Monate nach der Ankündigung, bei der Markt-, Media- und Werbewirkungsforschung der übrigen Großverlage mitmachen zu wollen, ist die Funke Mediengruppe nun auch offiziell beim Bundeskartellamt vorstellig geworden.

Unter dem Aktenzeichen B6-85/15 hat Funke seine geplante 20-Prozent-Beteiligung an der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK) jetzt bei der Bonner Behörde angemeldet. Die vor drei Jahren gegründete GIK, an der bisher Axel Springer, Bauer, Burda und Gruner + Jahr zu je einem Viertel beteiligt sind, gibt seit 2013 die Markt-Media-Studie „Best for Planning“ (B4P) – Nachfolger der „Typologie der Wünsche“ (Burda) und der Verbraucher-Analyse (Springer/Bauer) – und seit diesem Jahr auch die Werbewirkungsstudie „Best for Tracking“ (B4T) heraus, Nachfolger von „Ad Impact Monitor“.

„Wir haben mit dem Kauf etlicher Axel-Springer-Titel eine große Investition getätigt und einen markanten Punkt im Markt gesetzt“, hatte Funke-Geschäftsführer Manfred Braun seine GIK-Beteiligungspläne im Januar im HORIZONT-Interview angekündigt: „Umso wichtiger ist es, dass wir uns jetzt bei der Mediaforschung klar positionieren. Vor Jahren wäre es noch unmöglich gewesen, dass wir im Markt einerseits gegeneinander im harten Wettbewerb stehen, andererseits bei Initiativen wie dieser zusammenarbeiten.“

Als Quintett habe man „eine Konstruktion, mit der wir weiterhin schnell und unkompliziert, aber zugleich noch kraftvoller agieren können“, sagte der damals für Vermarktung zuständige Axel-Springer-Vorstand Andreas Wiele: „Die fünf Verlage würden dann für über zwei Drittel aller verkauften Magazine in Deutschland stehen.“

Als Grund für die späte Anmeldung darf man vermuten, dass Springer und Funke erst einmal ihre Vermarktungsfirma Media Impact kartellrechtlich unter Dach und Fach bringen wollten, ehe Funke in Sachen GIK erneut in Bonn anklopft. rp

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