Fußballer des Jahres VDS-Präsident Laaser regt Neuwahl an

Mittwoch, 31. Juli 2013
Der "Kicker" vom 29. Juli mit der Siegermeldung zum Fußballer des Jahres
Der "Kicker" vom 29. Juli mit der Siegermeldung zum Fußballer des Jahres

Dass es bei der Wahl zum Fußballer des Jahres zu einer Panne gekommen ist, hat der für die Durchführung verantwortliche "Kicker" bereits eingeräumt. Gleichzeitig betonte Chefredakteur Jean-Julien Beer, dass der Fehler beim Versand der Abstimmungsunterlagen letztendlich keine Auswirkungen auf den Ausgang der Wahl gehabt habe. Erich Laaser, Präsident des Verbands Deutscher Sportjournalisten, in dem die Stimmberechtigten organisiert sind, spricht sich dennoch für eine Neuwahl aus. "Um ein vernünftiges Ergebnis für dieses Jahr zu haben, sollte man eine neue Wahl machen", so Laaser gegenüber Sport1.fm. Sieger Bastian Schweinsteiger hatte 92 Stimmen auf sich vereinigt - das sind gerade einmal 2,5 Prozent der insgesamt 3700 Sportjournalisten, die stimmberechtigt sind. An der Wahl beteiligt hatten sich lediglich 527 Personen. Dass der Fehler beim Versenden der Abstimmunsgunterlagen für die geringe Wahlbeteiligung ursächlich gewesen sein soll, hat der "Kicker" in Person von Chefredakteur Jean-Julien Beer zurückgewiesen.

So oder so, Laaser sieht die Wahl kritisch: "Diese Wahlbeteiligung ist erschreckend niedrig, das hat keiner verdient. Momentan habe ich schon bisschen ein schlechtes Gefühl", sagte der Fußball-Reporter der ProSiebenSat1-Gruppe. "Kicker"-Herausgeber Rainer Holzschuh hingehen wehrt sich gegen eine Neuwahl: "Ich halte eine Neuwahl für absolut verkehrt. Die Wahl ist juristisch und ethisch ordnungsgemäß abgelaufen", so Holzschuh bei sport1.fm. "Würde man jetzt eine Neuwahl organisieren, tut man Schweinsteiger keinen Gefallen und man wird ihm auch nicht gerecht. Es wäre ihm gegenüber schon fast eine Denunziation, würde man ihn jetzt erneut zur Wahl stellen."

Warum sich nach der Versende-Panne nur so wenige Sportjournalisten an der Abstimmung beteiligten, wolle man nun untersuchen. Angesichts der seit einiger Zeit rückläufigen Wahlbeteiligung bei der Wahl zum Fußballer des Jahres wolle der "Kicker" den Prozess ohnehin auf den Prüfstand stellen, wie Holzschuh bereits gegenüber "Focus Online" angedeutet hatte. ire

Update 15.40 Uhr

Der "Kicker" hat auf seiner Homepage einer Neuwahl eine klare Absage erteilt. Wörtlich heißt es: "'Wir stellen fest, dass die Wahl absolut korrekt gelaufen ist', erklärt Rainer Holzschuh. 'Ausdrücklich auch im Namen von VDS-Präsident Erich Laaser.' Eine Neuwahl bei der seit 1960 vom kicker und dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) durchgeführten Abstimmung wird es auf keinen Fall geben."
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