Fußball-Bundesliga Sport 1 soll um Live-Rechte mitbieten

Montag, 07. Juli 2014
Die Medienrechte an der Fußball-Bundesliga sind heiß begehrt (Bild: DFL)
Die Medienrechte an der Fußball-Bundesliga sind heiß begehrt (Bild: DFL)


Die kommende Ausschreibung der Bundesliga-Rechte verspricht spannend zu werden: Im Interview mit dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe) kündigt der Medienunternehmer Dieter Hahn an, um die Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga mitbieten zu wollen. Hahn ist an der Mediengruppe Constantin beteiligt, die den Sportsender Sport 1 betreibt. Auf dessen Pay-TV-Sender sollen die Spiele zu sehen sein - und zwar deutlich günstiger als bisher beim Rechteinhaber Sky. "Ich bin schon lange der Meinung, dass es für Live-Spiele der Fußball-Bundesliga mehrere differenzierte Angebote geben sollte", so Hahn im Gespräch mit "Handelsblatt"-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs und Medienredakteur Kai-Hinrich Renner. "Bisher muss der TV-Zuschauer entweder auf Live-Übertragungen der Bundesligaspiele verzichten oder aber bei Sky das komplette Angebot kaufen und noch einiges dazu." Breite Konsumentenschichten würden dadurch ausgeschlossen. Hahn, einst Intimus des verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch, hat vor, die Spiele für weniger als zehn Euro im Monat anzubieten.

Wie genau das ablaufen könnte, lässt sich derzeit noch nicht absehen, da die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Ausschreibung noch nicht gestartet hat. Die kommende Bieterrunde umfasst die Spielzeiten von 2017 bis 2021. Hahn betont allerdings, dass er und Sport 1 nicht in Konkurrenz zu Sky treten wollten, das die Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga über die Verbreitungswege Kabel, Satellit und IPTV hält. "Wir würden gerne ein kleineres Paket erwerben, mit dem man aus Sport 1 Plus einen noch attraktiveren Kanal machen kann, der neben der 2. Bundesliga auch Live-Bundesliga und zeitnahe Bundesliga-Wochenendberichterstattung bietet", so Hahn. Um die Kosten zu stemmen, die sich auf bis zu 100 Millionen Euro belaufen können, kann sich Hahn eine Partnerschaft mit Kabel- und Telekommunikationsplattformen oder internationalen Medienunternehmen vorstellen.

Nichtsdestotrotz ist Hahns Ankündigung ein Angriff auf die Position von Sky. Der Pay-TV-Sender hat sich bei der zurückliegenden Ausschreibung alle wichtigen Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga gesichert. Dafür überweisen die Unterföhringer fast 490 Millionen Euro pro Jahr an die DFL. Und obwohl Sky in den vergangenen Jahren hart daran gearbeitet hat, durch ein breites Film-Portfolio und Produktinnovationen wie Sky Go unabhängiger vom Fußball zu werden, sind die Bundesliga-Rechte doch das höchste Gut des Senders.

Das Thema Bundesliga-Rechte ist für Hahn nichts neues: Bereits vor zwei Jahren trat er mit seinen Firmen KF15 und Sirius als möglicher Bieter auf den Plan. Seinerzeit galten eine Partnerschaft mit der Telekom oder die Etablierung eines unabhängigen Bundesliga-Senders als mögliche Szenarien. Letztlich verzichtete Hahn jedoch auf ein Angebot. ire
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