Funke Mediengruppe Manfred Braun fühlt sich "sehr wohl mit dem Kauf"

Montag, 05. Mai 2014
"Fühle mich sehr wohl": Funke-Chef Manfred Braun
"Fühle mich sehr wohl": Funke-Chef Manfred Braun


Manfred Braun, Geschäftsführer der Funke Mediengruppe, zeigt sich mit der jüngst vollzogenen Übernahme der Zeitschriften und Regionalzeitungen von Axel Springer zufrieden. In den kommenden Wochen werde nun über den künftigen Standort der Programm- und Frauenzeitschriften entschieden, sagte Braun dem "Focus". Die Chefredakteure der Regionalzeitungen haben unterdessen den Auftrag, Synergien zu heben.
"Ich fühle mich sehr wohl mit dem Kauf", sagte Braun im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Wenn ich den Substanzwert etwa einer 'Hörzu' betrachte, kenne ich kaum vergleichbare Mediengeschäfte die eine solche Rendite nachhaltig erwirtschaften. Die Renditen von "TV Digital" und "Bild der Frau" seien sogar noch höher. Man spreche hier von zweistelligen Renditen. Funke setze "klar auf Print in Verbindung mit Digital, aber Print bleibt für uns das Hauptprodukt".

Die Auflagen des Kartellamts für die Übernahme eines großen Teils der Zeitschriften und der Regionalzeitungen von Axel Springer seien aber "sehr schmerzlich". Man habe lange "mit ganzer Kraft gegen die Auflagen gekämpft". Nun müsse der Verlag sein Organisationssystem auf den erzwungenen Verkauf von acht Programmzeitschriften an die Klambt Mediengruppe abstellen - "ein schweres Stück Arbeit", so Braun. In den kommenden Wochen werde nun über die künftige Standorte der Frauen- und Programmzeitschriften entschieden. Man werde hier "in vier bis acht Wochen eine erste Klarheit haben". Zur Diskussion stehen die Standorte Hamburg, München oder "eine Mischung aus beidem".

Klar ist, dass die regionalen Tageszeitungen künftig eng zusammenarbeiten werden: "Die Chefredakteure aller unserer Blätter in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Braunschweig, Hamburg und Berlin werden in den nächstewn sechs Monaten definieren, welche Seiten sie künftig gemeinsam produzieren können." Vermutlich werden man Ressourcen an einem Standort bündeln. "Es wird aber nicht so sein, dass eine unserer Zeitungen einen nationalen Mantel für alle macht", betont Braun. Die Kooperation von "Hamburger Abendblatt" und "Berliner Morgenpost" mit Axel Springers "Welt" ist zunächst auf zwölf Monate begrenzt. Ob man danach weiter mit Springer kooperiere, werden die Chefredakteure "in Ruhe diskutieren". dh
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