Führungsstreit beim "Spiegel" Der Showdown wird wohl vertagt

Freitag, 26. September 2014
Der Führungsstreit beim "Spiegel" schwelt weiter
Der Führungsstreit beim "Spiegel" schwelt weiter
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Wolfgang Büchner Gruner + Jahr Ove Saffe Der Spiegel


Medienjournalisten können ihr Wochenende getrost privat verplanen, denn beim "Spiegel" wird es so schnell keinen Wechsel in der Chefredaktion geben. Nach HORIZONT-Informationen aus Gesellschafterkreisen werden die Verlagseigentümer bei ihrem informellen Krisentreffen an diesem Freitag - wenn es nicht gleich ganz abgesagt wird - den umstrittenen Amtsinhaber Wolfgang Büchner nicht absetzen. Und zwar deshalb nicht, weil ein möglicher Nachfolger nirgendwo in Sicht ist.
Nur fünf Wochen nach dem letzten informellen Krisengespräch wollen sich Vertreter der Gesellschafter - Mitarbeiter KG (50,5 Prozent), Gruner + Jahr (25,5 Prozent) und Augstein-Erben (24 Prozent) - an diesem Freitag abermals treffen, um über Auswege aus der bekannten und ausführlich beschriebenen wahnwitzig verworrenen Situation zu beraten.
Wolfgang Büchner: Chefredakteur auf Abruf?
Wolfgang Büchner: Chefredakteur auf Abruf? (Bild: Carsten Milbret)
Die Zeichen mehren sich, dass die lange Zeit gespaltene fünfköpfige Geschäftsführung der Mitarbeiter KG mittlerweile mehrheitlich eine Zukunft ohne Büchner plant. Selbst wenn dann jeder öffentlich sehen könnte, wie zwölf Print-Ressortleiter - die Interessen der Online-Kollegen kommen in diesem Machtspiel schon längst nicht mehr vor - und hinter ihnen je nach Anlass unterschiedlich große Fraktionen der Print-Redaktion die Gesellschafter vor sich hertreiben. Genau das dürfte auch den vetoberechtigten Miteigentümer G+J gewaltig nerven.
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Zwar würde es kaum verwundern, wenn Emissäre der KG und auch von G+J derzeit mögliche Nachfolgekandidaten ansprechen; in interessierten Zirkeln hat das spekulative Namedropping dazu jedenfalls längst begonnen. Doch eine Entscheidung dürften die Gesellschafter nach HORIZONT-Infos zumindest an diesem Freitag nicht fällen, auch informell nicht. Möglich auch, dass das Treffen gleich ganz abgesagt wird. Denn zum einen ist wohl noch nicht klar, ob und wie Geschäftsführer Ove Saffe gehalten werden soll und kann, der sein Schicksal gewissermaßen mit dem Büchners verknüpft hat. Und zum anderen können wohl weder die KG noch G+J so schnell einen satisfaktionsfähigen Nachfolger präsentieren, den alle für geeigneter halten als den Amtsinhaber – und der sich den Job antun wollte. rp
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