Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen Beschwerden über TV-Gewalt gehen zurück

Dienstag, 22. Dezember 2015
Die Zuschauer haben sich im Jahr 2015 seltener über TV-Gewalt beschwert
Die Zuschauer haben sich im Jahr 2015 seltener über TV-Gewalt beschwert
Foto: Colourbox
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Beschwerde Selbstkontrolle Claudia Mikat


Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) hat im vergangenen Jahr so viele Sendungen geprüft wie noch nie: Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des gemeinnützigen Vereins haben Prüfanträge für 2500 Sendungen beurteilt. Die Beschwerden über zu viel Gewalt im TV-Programm sind dabei deutlich zurückgegangen, wie die Prüfer feststellen.
Im letzten Quartal 2015 habe es durchschnittlich nur noch fünf Zuschauerbeschwerden im Monat gegeben. Im Vergleichszeitraum 2014 waren es noch 18 Beschwerden monatlich, rechnet die FSF vor. Zudem hat die Prüfstelle knapp 500 Schnittauflagen in diesem Jahr verhängt, um Kinder- und Jugendschutz mit den Wünschen der TV-Anbieter in Einklang zu bringen. Stehen nur einzelne Szenen der beabsichtigten Sendezeit entgegen, werden diese für eine Ausstrahlung im Tagesprogramm oder zur Primetime entfernt. "In fast ebenso vielen Fällen war dieser Kompromiss nicht möglich und die Programme wurden auf einen späteren Sendeplatz verschoben", heißt es in einer FSF-Mitteilung. Insgesamt hatten die gut 100 ehrenamtlichen Mitarbeiter des gemeinnützigen Vereins in diesem Jahr deutlich mehr zu tun: 50 Sendungen pro Woche mussten sie untersuchen. Das entspricht einem jährlichen Zuwachs von 1000 geprüften Programmen innerhalb von 4 Jahren. Als Grund für das hohe Prüfaufkommen gibt die FSF an,  dass Serie immer häufiger zuerst im Internet oder im Fernsehen vermarktet würden, bevor sie auf DVD erscheinen.

"Unser Anliegen ist es, Kinder und Jugendliche vor Sendungen zu schützen, die sie in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können, weil sie Angst machen, zu Gewalt stimulieren oder andere abträgliche Botschaften beinhalten", so Claudia Mikat, Geschäftsführerin Programmprüfung bei der FSF. ire
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