Frauenportale Refinery29-Managerin Beckershaus: "Wir wollen Frauen in ihrer Individualität feiern"

Donnerstag, 23. März 2017
Nora Beckershaus, Refinery 29
Nora Beckershaus, Refinery 29
© Eye Candy Berlin

Eine klare Bildsprache, provokante Themen und eigene Events – das ist der Mix, mit dem Refinery29 hierzulande Fuß fassen will. Das amerikanische Frauenportal, zu dessen Gründern der gebürtige Kölner Philippe von Borries gehört, ist im Moment eines der angesagtesten Angebote in den USA. Und surft mit der Positionierung als Agentur, die Werbungtreibende und Zielgruppen zusammenbringt, seit 2016 auch hierzulande auf der Content-Marketing-Welle.

"Es gibt in Deutschland noch kein vergleichbares Angebot", glaubt Nora Beckershaus, Director of Operations & Growth bei Refinery29 in Berlin. Frauenportale von Brigitte.de bis Wunderweib sieht sie nicht als Konkurrenz. Refinery29 mit seiner Fokussierung auf starke Frauen zwischen 18 und 34 Jahren habe eine eigene Art die Themen aufzuarbeiten, die sich deutlich von den etablierten Playern unterscheide. "Wir wollen Frauen in ihrer Individualität feiern, bestärken und unterstützen", erklärt sie den Ansatz, den der ein oder andere Frauentitel nichtsdesto trotz ebenso für sich beanspruchen würde.

Auf den ersten Blick ist es denn auch die Bildsprache, die Refinery29 von anderen Angeboten abhebt. Bunt und laut, gut wiederauffindbar im Vielerlei der Google-Suche. "Wir haben eine herausstechende Visual Identity. Wer eine Marke aufbauen will, muss Wiedererkennungswert schaffen", sagt sie. Denn für Refinery29 ist die Homepage nur ein Verbreitungskanal von vielen. Die Reichweite wird über alle Plattformen eingesammelt, von Facebook über Instagram. Die Wiedererkennung ist daher entscheidend für den Aufbau einer loyalen Zielgruppe, den sich Refinery29 vorgenommen hat.

Um diese zu vermarkten führt Beckershaus denn auch Kennzahlen ins Feld, die andere Portale in der Form nicht aufweisen können. Sie ist die Verweildauer laut Beckershaus im Schnitt bei vier Minuten. Video spielt eine große Rolle. Damit die Frauen die Inhalte konsumieren, wird der Content unter der Ägide von Chefredakteurin Claudia Zakrocki für jeden Verbreitungsweg individuell aufbereitet. "Es ist ausschlaggebend, die Sprache des Kanals zu sprechen", so Beckershaus. Knapp 20 Leute arbeiten in Deutschland derzeit für Refinery29 und erstellen Inhalte, die zum einen auf Ideen der Redaktion basieren, zum anderen auf Kundenwünschen.

Die Refinanzierung läuft nahezu komplett über Native Advertising, klassische digitale Werbemittel wie Banner gibt es kaum. Für jeden Kunden entwickelt das Team individuelle Kampagnen, die neben Social Media auch Events umfassen können. Refinery29 produziert auf Wunsch den gesamten Content für den Kunden. Native Advertising ist aus Beckershaus Sicht, "die Schnittmenge zwischem kommerziellen Erfolg und hervorragendem Journalismus." Dabei werde alles, wofür Geld fließt auch klar als Werbung gekennzeichnet, betont sie. pap

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