"Frankfurter Allgemeine Zeitung" Geschäftsführer Andreas Formen geht

Freitag, 04. April 2014
Andreas Formen verlässt den FAZ Verlag nach fünf Jahren
Andreas Formen verlässt den FAZ Verlag nach fünf Jahren


Andreas Formen, Verlagsgeschäftsführer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kehrt dem Verlag den Rücken. Grund seien "unterschiedliche Auffassungen über die künftige Vermarktungsstrategie". Formen verantwortete die Vermarktung der "FAZ" seit 2009.
Formen scheidet zum 30. April aus dem Unternehmen aus - auf eigenen Wunsch und um sich "neuen Aufgabenstellungen im Medienbusiness zuzuwenden", wie die "FAZ" mitteilt. Als Grund werden "unterschiedliche Auffassungen über die künftige Vermarktungsstrategie" angegeben. Als Verlagsgeschäftsführer verantwortete er seit fünf Jahren die crossmediale Vermarktung der Tageszeitung unter dem Dach der neuen Unit FAZ Media Solutions. Darüber hinaus war er als Geschäftsführer für die Verlagsproduktion und die regionale Vermarktung der Rhein-Main-Media GmbH (u.a. "Rhein-Main-Zeitung", "Frankfurter Rundschau","Frankfurter Neue Presse") verantwortlich.

"Es klingt wie eine Plattitüde, aber tatsächlich freue ich mich nach meinen FAZ-Jahren auf neue Herausforderungen", kommentiert Formen seine Entscheidung: "Die letzten fünf Jahre als Verlagsgeschäftsführer waren für mich eine beeindruckende und spannende Aufgabe im Segment der Qualitätsmedien. Ich möchte diese Zeit in Frankfurt nicht missen."

Vor seinem Wechsel zum FAZ Verlag war der Verlagsmanager Sprecher der Gesamtanzeigenleitung der Zeitungsgruppe Bild von Axel Springer. Von 2002 bis 2005 war er Gesamtanzeigenleiter und Mitglied der Verlagsleitung der G+J-Wirtschafts-Presse. Seine Karriere startete Formen bei der Verlagsgruppe Handelsblatt, wo er über zwölf Jahre verschiedenen Management- und Vermarktungsfunktionen inne hatte, zuletzt als Gesamtverantwortlicher der heutigen IQ Media.

Die "FAZ" hat mit Ex-G+J-Mann Thomas Lindner seit Anfang des Jahres einen neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung. Nicht auszuschließen also, dass es zwischen den beiden Top-Managern zu Differenzen über die Vermarktung gekommen ist. Lindner war jahrelang Anzeigenleiter der G+J-Dickschiffe "Stern" und "Brigitte" und gilt als ausgewiesener Vermarktungsexperte. Die "FAZ" kämpft wie die gesamte Zeitungsbranche mit sinkenden Auflagen und rückläufigen Werbeeinnahmen. Vor allem der für die "FAZ" traditionell wichtige Stellenmarkt ist in den vergangenen Jahren stark geschrumpft. 2012 machte die Zeitung 4,3 Millionen Euro Verlust. dh



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