Fette Kampagne, dickes Papier "FAZ Woche" kämpft mit Marketing-Offensive um Kioskkäufer

Donnerstag, 25. August 2016
Produktkontakt als Schlüssel zum Erfolg: "FAZ"-Chef Thomas Lindner
Produktkontakt als Schlüssel zum Erfolg: "FAZ"-Chef Thomas Lindner
Foto: FAZ
Themenseiten zu diesem Artikel:

FAZ Auflagensituation Thomas Lindner IVW Scholz & Friends


Abo Top, Einzelverkauf Flop – so lässt sich die Auflagensituation bei der "FAZ Woche" zusammenfassen. Deshalb bläst der Verlag ab Herbst an der Kioskfront zur Großoffensive.

Denn vier Monate nach dem Start des freitäglichen Politik- und Weltgeschehen-Magazins zeigt sich, dass die Frankfurter selbst für ihr Minimalziel (50.000 verkaufte Hefte) hart kämpfen müssen. Nach HORIZONT-Infos dürften es derzeit kaum 30.000 Stück sein. Die verkaufte Auflage wachse kontinuierlich, sagt "FAZ"-Geschäftsführer Thomas Lindner; sie liege "aktuell bereits auf dem angestrebten Jahresmittel von 40.000 Exemplaren". In diesem Durchschnittswert sind indes hohe (Sonder-) Verkäufe auch durch die Marketingmaßnahmen in der Launchphase enthalten. Fürs 4. Quartal rechnet er mit einer "Gesamtauflage" von 50.000 bis 60.000 Exemplaren. Die Ausweisung in der IVW plant er fürs 1. Quartal 2017.

Derzeit liegen Freud und Leid bei der "FAZ Woche" eng beieinander: Die Zahl der Abos – Lindner rechnet bis Jahresende mit knapp 20.000 Stück – übertreffe schon jetzt deutlich das Jahresziel 2016, das man bereits Ende Juli erreicht habe. Im Einzelhandel liegt der neue Titel jedoch unter Plan. Der teils sogar sinkende Trend hat immerhin eine erfreuliche Teilursache: Viele Kioskkunden abonnieren das Heft anschließend und entfallen somit als Einzelkäufer. "Unser Erfolgsschlüssel ist der Produktkontakt", sagt Lindner. Hier setzt er im Herbst an.
Die jüngste Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Woche"
Die jüngste Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Woche" (Bild: FAZ)
Ein neuer Kampagnenflight mit einem Bruttovolumen von 3 Millionen Euro (Agentur: Scholz & Friends, Berlin) und Aktionen im Pressehandel sollen die Bekanntheit bei Lesern und am PoS erhöhen. Zusätzliche 20.000 Exemplare will Lindner ab September an Flughäfen, an Unis und in ausgewählten Lesezirkel-Verteilern platzieren, um der Zielgruppe der "jungen Elite und Entscheider Produkterlebnisse zu vermitteln, die für das Verständnis des Titels wichtig" seien. Ab dann erscheint die "FAZ Woche" auf dickerem Papier, um angesichts des stolzen Copypreises von 3,50 Euro wertiger zu wirken und im Kioskregal mehr aufzufallen. rp

Weitere Zahlen und Zusammenhänge zur "FAZ Woche" lesen HORIZONT-Abonnenten in der aktuellen Wochenzeitung, die auch auf  Tablets oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.

Meist gelesen
stats