"Fest & Flauschig" So feiert Twitter den neuen Podcast von Schulz und Böhmermann ab

Montag, 16. Mai 2016
Am Sonntag ging die erste Folge von "Fest & Flauschig" online
Am Sonntag ging die erste Folge von "Fest & Flauschig" online
Foto: Spotify

Gestern starteten Olli Schulz und Jan Böhmermann ihren neuen Podcast bei Spotify. "Fest & Flauschig" unterscheidet sich gar nicht so sehr von der Vorgängersendung "Sanft & Sorgfältig" im RBB - spannend war die erste Folge vor allem deshalb, weil Jan Böhmermann sich darin ausführlich zu dem Rummel meldete, den er mit seinem Schmähgedicht auf den türkischen Staatspräsidenten Erdogan ausgelöst hatte. Bei den Fans kam die erste Folge von "Fest & Flauschig" sehr gut an, wie ein Blick auf Twitter zeigt.
Zu Beginn der 60-minütigen Sendung thematisieren die Gastgeber ihren viel beachteten Wechsel von einem ARD-Sender zum Streamingdienst Spotify. Dass sie abgeworben wurden, sei eine Legende. Vielmehr wollen die beiden selbst auf Spotify zugegangen sein ("Ey, gebt ihr uns 150 Euro mehr als die ARD? Dann kommen wir zu euch.") Geld soll also kein Thema gewesen sein. Die neue Sendung gebe es deswegen, "weil wir Bock drauf haben", so Schulz und Böhmermann. Die Erklärung klingt natürlich etwas dünn angesichts der Tatsache, dass sich Name und Inhalt der Sendung gegenüber dem Vorgänger-Format offensichtlich kaum verändert haben. Dabei habe man für den Titel der Sendung einigen Aufwand betrieben, versichern die beiden - natürlich mit einem nicht zu überhörenden ironischen Unterton. Alle großen Werbeagenturen habe man angeschrieben, Heimat habe den Contest schließlich gewonnen - "oder war es Jung von Matt?", fragt Schulz. Jung von Matt und Zum goldenen Hirschen seien es gewesen, "weil wir so große Dickschiffe sind", witzelt Böhmermann. Dass eine Agentur bei der Entwicklung des Namen involviert war, ist eher unwahrscheinlich. Die Werbekampagne für "Fest & Flauschig" entwarf VCCP Berlin.
Spotify dürfte in Deutschland mit der Verpflichtung von Jan Böhmermann und Olli Schulz
Bild: Spotify

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Etwa bei der Hälfte der Sendung kommen Schulz und Böhmermann schließlich auf die Affäre Erdogan zu sprechen, die Böhmermann mit seinem Schmähgedicht auf den türkischen Staatspräsidenten losgetreten hatte. "Da war ein bisschen Druck auf dem Kessel", erzählt Böhmermann lakonisch, doch man merkt ihm genau an, wie sehr ihm der ganze Trubel noch immer zusetzt. Wenn abends die Polizei klingele und einen in Sicherheit bringen wolle, verunsichere einen das schon sehr. "Wenn man das persönlich erfährt, ist das sehr sehr unangenehm", so der Moderator.
Kein gutes Haar lässt Böhmermann an den Medien. "Sicherheit ist das eine, das andere ist jeden Tag konfrontiert zu werden mit der ungeheuren Dummheit der Leute", schimpft Böhmermann. Jeder habe aus seinem Gedicht gemacht was er machen wollte.

Auch Kanzleramtschef Peter Altmaier bekommt sein Fett weg. Er habe ihn auf Twitter angeschrieben, um ihm zu erklären, wie das Gedicht gemeint war, erzählt Böhmermann. Trotzdem hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das Gedicht kurz darauf als "bewusst verletzend" bezeichnet. "Ich frage mich bis heute, ob die Kanzlerin überhaupt das ganze Gedicht gesehen hat", so Böhmermann. "Ich glaube nicht", antwortet Schulz. Altmaier sei derjenige gewesen, der die Fäden gezogen habe.

Böhmermanns Appell an die Medien: "Es reicht jetzt, ihr Hyänen. Während wir hier sitzen, sitzen in der Türkei Menschen in Erdogans Gefängnissen. Das sind alles First World Problems hier." Ob seine Bitte erhört wird? Unwahrscheinlich. Böhmermann sorgt beinahe wöchentlich selbst dafür, dass es um ihn nicht ruhiger wird.

Den Fans hat die erste Folge von "Fest & Flauschig" offensichtlich gut gefallen, wie die Kommentare auf Twitter zeigen. Lediglich Spotify sorgt für einigen Unmut unter den Nutzern, weil sich die Sendung weder auf dem iPad noch auf Windows Phone streamen lässt. Hier sind weitere Reaktionen auf den ersten Spotify-Podcast von Olli Schulz und Jan Böhmermann:




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