Fernsehpreis Private TV-Sender gehen beim Grimme-Preis 2015 leer aus

Mittwoch, 04. März 2015
Die MDR-Komödie "Bornholmer Straße" wurde mit einem Grimme-Preis geehrt
Die MDR-Komödie "Bornholmer Straße" wurde mit einem Grimme-Preis geehrt
Foto: MDR/UFA Fiction/Nik Konietzny

Die deutschen Privatsender gehen beim Grimme-Preis 2015 vollständig leer aus. ARD, ZDF und Co räumten alle zwölf Auszeichnungen für vorbildliches Qualitätsfernsehen ab. Lediglich der private britische Kanal Channel 4 kam mit einer Co-Produktion mit dem ZDF und Arte in "Die Kinder von Aleppo" mit zum Zuge.
In der Kategorie Fiktion setzten sich unter 65 Nominierten mit "Bornholmer Straße", "Der Fall Bruckner", "Altersglühen – Speed Dating für Senioren", "Männertreu" sowie dem "Tatort: Im Schmerz geboren" ausschließlich ARD-Produktionen durch. Von den Sendungen und Akteuren des Privatfernsehens waren nur wenige nominiert gewesen, darunter Vox mit "Sing meinen Song". 2014 war die Show "Circus HalliGalli" auf Pro Sieben prämiert worden. In der Kategorie Unterhaltung /Spezial wurde unter anderem die ZDF-Sendung "Die Anstalt" ausgezeichnet. Mit ihrer "klaren Haltung zur Debatte um den Umgang mit Flüchtlingen" hätten Dietrich Krauß, Max Uthoff und Claus von Wagner für einen "kalkulierten Bruch mit den Konventionen des Kabaretts" gesorgt, begründet die Jury ihre Entscheidung.

"Dieses Fernsehjahr war in ganz besonderer Weise vielfältig und zeigt erfreuliche Ansätze zu programmlichen Innovationen", sagte Grimme-Direktorin Frauke Gerlach. Künftig will sie mehr Schwerpunkte in der Unterhaltung setzen. Dazu zählt der Preis für WDR-1Live-Chef Jochen Rausch. Der Radiomann wird für die Mitentwicklung und Umsetzung des Formats "Mr. Dicks" geehrt.

Russland-Korrespondentin Ina Ruck vom WDR und Nahost-Korrespondent Dietmar Ossenberg vom ZDF bekommen zudem einen Sonderpreis, die "Besondere Ehrung" des Deutschen Volkshochschulverbandes. dpa/dh
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