Quotenmessung Auch Tele 5, Viacom und Discovery werden AGF-Gesellschafter

Donnerstag, 16. März 2017
AGF-Chef Willibald Müller
AGF-Chef Willibald Müller
Foto: Goldbach Germany

Nach Sky und WeltN24 erweitert die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) ihren Gesellschafterkreis weiter: Mit Discovery Communications Deutschland, Tele 5 und Viacom kommen drei weitere Partner dazu. Damit sind nun insgesamt neun Gesellschafter bei den Quotenmessern aus Frankfurt mit an Bord. Bis 2016 hatten nur die großen Sendergruppen ARD, ZDF, Mediengruppe RTL Deutschland und Pro Sieben Sat 1 das Sagen. Die zunehmende Kritik an der Quotenmessung hat aber zu einer Öffnung geführt.
So will die AGF auch offen für noch mehr Gesellschafter bleiben. Ein potenzieller Kandidat wäre Google, das seit zwei Jahren über eine gemeinsame Bewegtbildforschung verhandelt. Alle Neugesellschafter halten einen Anteil von 5 Prozent an der zum Jahreswechsel in die AGF Videoforschung umfirmierten GmbH. Sie dürfen damit je einen Vertreter in den Forschungsbeirat und in den Aufsichtsrat entsenden. WeltN24 und Sky haben ihren Anteil reduziert, der ursprünglich auf 10 Prozent festgelegt worden war. Die ursprünglichen AGF-Gesellschafter haben damit mit jeweils 15 Prozent immer noch am meisten zu sagen. Die verbleibenden 15 Prozent sind für später eintretende Unternehmen reserviert, "vorzugsweise aus dem Streamingbereich", wie die Forscher mitteilen. Die übrigen Gesellschafter tragen die Anteile übergangsweise. "Diese deutliche Erweiterung des Gesellschafterkreises ist ein großer Erfolg für die AGF", sagt Martin Berthoud, der Vorsitzende des AGF-Aufsichtsrats. Auch die Kunden begrüßen die weitere Öffnung. "Den Ausbau der Gesellschafterbasis halten wir für ein sehr wichtiges Zeichen an den Markt", sagt Joachim Schütz, Vertreter der Organisation Werbungtreibende im Markenverband, im AGF-Aufsichtsrat. Die OWM hatte unter der Ägide des stellvertretenden Vorsitzenden Uwe Storch in den letzten Jahren massiv auf eine Öffnung des Joint Industry Committees gedrängt.

Die Mediaagenturen sind ebenfalls voll des Lobes. Klaus-Peter Schulz, Geschäftsführer der Organisation der Mediaagenturen (OMG), der deren Interessen im AGF-Aufsichtsrat vertritt, lobt: "Angesichts der herausfordernden Aufgabe der AGF, den Markt mit einem funktionierenden Messstandard für die Planung von Bewegtbildkampgangen über alle Verbreitungswege und Empfangsgeräte hinweg zu beliefern, begrüßen wir es, dass die AGF Videoforschung von einem wachsenden Kreis von Anbietern getragen wird."

Die Interessen der Gesellschafter sowie von Kunden und Agenturen unter einen Hut zu bringen, sowie die neue geräteübergreifende Konvergenzwährung hoffähig zu machen, ist die Aufgabe von Willibald Müller. Er ist seit Jahreswechsel Geschäftsführer der AGF und soll die Organisation schlagkräftiger und flexibler machen, als es das bisherige Gremium war. pap

Meist gelesen
stats