"Fashion Hero" Wie Pro Sieben Branded Entertainment betreibt

Donnerstag, 10. Oktober 2013
Applaus gab es für "Fashion Hero" nur von der Jury - und nicht von den Zuschauern
Applaus gab es für "Fashion Hero" nur von der Jury - und nicht von den Zuschauern


Auch in diesem Herbst hält Pro Siebens Show "Germany's next Topmodel" wie gewohnt Winterschlaf, doch das weibliche Zielpublikum will natürlich trotzdem bedient werden. Seit gestern Abend ist das die Aufgabe von "Fashion Hero", dem Wettstreit von Nachwuchsdesignern um reale Kollektionen bei S.Oliver, Karstadt und Asos - Branded Entertainment par excellence. Zum Auftakt gab es aber einen Quoten-Dämpfer für die Show des ehemaligen Topmodels Claudia Schiffer. 910.000 Zuschauer von 14 bis 49 Jahren lockte "Fashion Hero" vor die Bildschirme - ein schwacher Zielgruppenmarktanteil von 8,5 Prozent sorgt am Tag nach der Erstausstrahlung bei Pro Sieben für Ernüchterung. Via Twitter tröstet man sich in Unterföhring allerdings mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent bei jungen Frauen - zufrieden sein dürfte man mit dem Auftakt dennoch nicht. Und ob sich das Format in den kommenden Wochen von dem Fehlstart erholt, muss sicherlich in Frage gestellt werden.

Trotz des schwachen Starts: Für Pro Sieben dürften nicht nur die Einschaltquoten von Bedeutung sein sein, sondern auch der Umsatz bei den Modepartnern. "Fashion Hero" - maßgeblich von Vermarkter Seven-One Media und der Kreativwerbefirma Seven-One Ad Factory gepusht - lebt von der engen Verknüpfung zu den Online-Stores und zum PoS. Gestern Abend war die Landing-Page von Karstadt noch während der Ausstrahlung der vorproduzierten Sendung stellenweise nicht erreichbar. Und bei S.Oliver sind erste Größen bereits heute nicht mehr verfügbar.

Das Konzept der Show: In acht Folgen wird nach einem Jungdesigner gefahndet, der eine eigene Kollektion für die drei Markenpartner im Wert von 1,5 Millionen Euro kreieren darf. In jeder Folge präsentieren die Kandidaten den Vertretern der Modehändler ihre Designideen, die Juroren können darauf bieten und sie für ihren Shop erwerben - schon wenig später sind die Produkte in den Stores erhältlich. Von den anfangs 21 Kandidaten scheiden Woche für Woche diejenigen aus, die ihre Designs nicht verkaufen können.

Die Landing-Page von "Fashion Hero" auf www.soliver.de
Die Landing-Page von "Fashion Hero" auf www.soliver.de
Wohin die Produzenten der Show wollen, zeigt ein Blick in die USA. Dort hat das Vorbild "Fashion Star" diverse Auszeichnungen abgeräumt, allerdings weniger für den großen Zuschauerzuspruch, als für die Verbindung von Unterhaltungs- und Werbeformat. Bei den Frapa-Awards auf der Medienmesse Mipcom gab es 2012 den Preis für "Best Branded Format", bei den Social TV-Awards gewann "Fashion Star" im selben Jahr die Auszeichnung für Best Social Commerce or Marketing Program. fam
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