Falschmeldung ARD muss Ukraine-Bericht zurückziehen

Donnerstag, 02. Oktober 2014
Udo Lielischkies ist Leiter des ARD-Studios in Moskau
Udo Lielischkies ist Leiter des ARD-Studios in Moskau
Foto: Foto: WDR/Fjodor Simmul
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Nur einen Tag, nachdem ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke die Berichterstattung der ARD über den Ukraine-Konflikt verteidigt hat, muss der Sender einen Beitrag aus den "Tagesthemen" zurückziehen. Russland-Korrespondent Udo Lielischkies hatte tödliche Schüsse auf Zivilisten der falschen Seite zugeordnet.
In dem Beitrag vom 20. Mai hatte der Leiter des ARD-Studios in Moskau über den Tod von zwei Anwohnern in Krasnoarmeysk im Osten der Ukraine berichtet. Diese seien durch die "Kugeln der neuen Machthaber" gestorben. Nach einer erneuten Recherche muss die ARD diese Version nun richtigstellen. Die erneute Sichtung des gesamten Filmmaterials und nochmalige Überprüfung der Fakten durch Lielischkies habe ergeben, dass die tödlichen Schüsse seinerzeit der falschen Seite zugeordnet wurden. Tatsächlich sind die Schützen Angehörige eines ukrainischen Freiwilligen-Bataillons und keine Separatisten. "Wir nehmen den Fehler sehr ernst", versichert Kai Gniffke, Erster Chefredakteur von ARD-aktuell: "Dieser wurde aufgrund der Eingabe eines Zuschauers entdeckt. Die kritische Begleitung von Zuschauerinnen und Zuschauern ist hilfreich. Bei allem Bemühen um eine präzise Darstellung können Korrespondenten, die in Kriegsgebieten unter Zeitdruck arbeiten, auch Fehler unterlaufen. Wichtig ist uns, dies offen anzusprechen. Es ist unsere tägliche Aufgabe, ausgewogen und in kritischer Distanz zu allen Seiten zu berichten."
Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD Aktuell, will die App über die Rundfunkgebühren finanzieren
Bild: Foto: ARD

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