Facebook-Studie Wie Native Advertising den mobilen Werbemarkt pusht

Dienstag, 05. April 2016
Native Werbeformate haben hohe Relevanz für Facebook und die Kunden
Native Werbeformate haben hohe Relevanz für Facebook und die Kunden
Foto: Facebook

Native und Mobile: Diese zwei Begriffe spielen in Facebooks Werbeuniversum die mit Abstand größte Rolle. Nun hat der Social-Gigant von dem Marktforschungsinstitut IHS untersuchen lassen, wie sich native Werbeformate und mobile Werbung bis 2020 weiterentwickeln. Die Ergebnisse sind vor allem für Facebook selbst eine gute Nachricht.
Die Kernaussage des Reports: Mobile Werbung wird bis 2020 mehr als Dreiviertel aller digitalen Werbeausgaben ausmachen. Der größte Treiber hinter diesem Wachstum werden native Werbeformate sein: Rund 64 Prozent (etwa 53 Milliarden US-Dollar) aller mobilen Display-Werbumsätze sollen dadurch generiert werden. Im vergangenen Jahr waren es noch rund 52 Prozent bzw. 14,1 Milliarden Dollar.
Die Entwicklung von Native Advertising in Drittanbieter-Apps
Die Entwicklung von Native Advertising in Drittanbieter-Apps (Bild: Facebook/IHS)
Die Studie schlüsselt zudem auf, welche Bereiche das Native Advertising besonders treiben. Der größte Teil der Spendings fließt demnach in Werbung, die direkt auf Facebook oder Instagram ausgespielt wird (First-Party In-App Native). Das stärkste Wachstum werden jedoch Anzeigen hinlegen, die in Apps von Drittanbietern angezeigt werden. Solche Anzeigen werden der Studie zufolge jährlich um 70,7 Prozent wachsen und 2020 bereits 10,6 Prozent (8,9 Milliarden Dollar) aller mobilen Display-Werbeumsätze generieren. Facebook vermarktet diese Werbeform über sein Werbenetzwerk Audience Network. Bei dieser Entwicklung wird Facebook zufolge Nordamerika der Vorreiter sein. Dem Report zufolge werden im Jahr 2020 in dieser Wirtschaftsregion 23,8 Milliarden Dollar für In-App-Native-Advertising ausgegeben, 3,9 Milliarden davon für Werbung in Drittanbieter-Apps. In der EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Afrika) geht Facebook von Spendings in Höhe von 9,6 Milliarden bzw. 1,3 Dollar aus. Großbritannien und Deutschland seien dabei die fortschrittlichsten Märkte. Die Region Asien-Pazifik (APAC) holt allerdings schnell auf - und wird Europa bereits im Jahr 2019 bei Werbung Third-Party-Apps überholt haben.
Facebook vereinigt den Großteil der mobilen Display-Spendings auf sich
Facebook vereinigt den Großteil der mobilen Display-Spendings auf sich (Bild: Facebook/IHS)
Von diesem weltweiten Native-Boom dürfte Facebook in erster Linie selbst profitieren. Schon jetzt vereinigt das Unternehmen den Großteil der mobilen Display-Ausgaben auf sich (siehe Grafik). Und auch die App-Vermarktung über das Audience Network hat zuletzt stark zugenommen. Bereits im vergangenen Jahr wurde wurde über das Werbenetzwerk Werbung im Wert von 1 Milliarde Dollar gebucht. Heute sind 83 Prozent der über das Werbenetzwerk ausgelieferten Anzeigen native Werbeformate, 50 Prozent der vertretenen Apps setzen ausschließlich auf Native. Seit Kurzem können Publisher im Audience Network auch ihre mobilen Werbsites vermarkten.

Für den Report hat IHS im Auftrag von Facebook Interviews mit Vertretern von Publishern, Entwicklern von Spielen und Apps, Agenturen, Vermarktern, Musikdiensten, Werbenetzwerken und Technologie-Anbietern aus 25 Ländern in Amerika, Europa und dem Raum Asien-Pazifik geführt. ire

Weitere Erkenntnisse der Studie in dieser Infografik:

(Bild: Facebook/IHS)
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