Facebook-Produktchef Chris Cox Vom Newsfeed-Protest zum Internet aus dem Solarflugzeug

Mittwoch, 14. September 2016
Chris Cox, Chief Product Officer bei Facebook, eröffnete die Dmexco 2016 mit seiner Keynote
Chris Cox, Chief Product Officer bei Facebook, eröffnete die Dmexco 2016 mit seiner Keynote
Foto: Facebook
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Chris Cox Facebook Dmexco Virtual Reality


Von wegen digitale Zukunft: Chris Cox, Chief Product Officer von Facebook, nimmt das Dmexco-Publikum zur Eröffnung der zweitägigen Digitalkonferenz erst einmal mit auf eine Reise in die Vergangheit. In die Anfangstage des von ihm mitentwickelten Newsfeeds nämlich, einem der populärsten Produkte des mobilen Ökosystems unserer Zeit. Über 360-Grad-Videos, Virtual Reality und die Verbreitung des Internets mit Solarflugzeugen, an denen Cox arbeitet, spricht er auch - später.
Neun Monate hat Facebooks Produktchef einst am Newsfeed gearbeitet, die ersten enttäuschenden Kommentare weggesteckt und den massiven Studentenprotest, der sich gegen das neue Produkt des damals noch jungen sozialen Netzwerks richtete, überstanden. Einige Monate später kam der Newsfeed nach Deutschland und prägt spätestens seit dem wie wenig andere Produkte das Verhalten und die Art der Informationsgewinnung eines Großteils der Internetnutzer.
„In einem nicht offiziellen Laden in Neu Delhi werden weltweit die meisten Smartphones täglich verkauft.“
Chris Cox
Die User stehen, wie bei vielen anderen Medien, im Fokus - und sie sollen schnell mehr werden. Deshalb investiert Facebook massiv in die Verfügbarkeit von Internetzugängen auf der ganzen Welt, aktuell bringt das Unternehmen den Wifi-Zugang schon mal mit Solarflugzeugen in nicht erschlossene Gebiete. Die Plattform wirbt um Kooperationen mit Telco-Unternehmen, steckt Geld in Software und Kamera-Hardware, aus einem nachvollziehbaren Grund: Jeder neue Internetnutzer ist potenzieller Facebook-Nutzer, und je schneller das Netzwerk das Rennen um die größtmögliche Audience gewinnt, desto besser. Und zu holen gibt es in den nächsten Jahren eine Menge. "In einem nicht offiziellen Laden in Neu Delhi werden weltweit die meisten Smartphones täglich verkauft", erzählt Cox. Als CPO ist er dann auch dafür verantwortlich, die - aktuellen und potenziellen - Nutzer möglichst lange auf der Plattform zu halten. Gelingen soll das vor allem mit Investitionen in 360-Grad-Video und Virtual Reality. Cox' Prognose: "In fünf Jahren kommen 70 Prozent des mobilen Traffics über Video."  Zum Wachstum sollen zudem neue Produkte wie Style Transfer beitragen. Damit ermöglicht Facebook seinen Nutzern, Bilder mit einer Art Kunstfilter im Stil beliebter Maler zu erstellen - Ähnlichkeiten zur App Prisma sind wohl nicht zufällig. Auch das neue Video-Format "Facebook Live with...", in Deutschland erstmals mit Fernsehkoch Tim Mälzer getestet, sowie eine Erweiterung des "Masks"-Angebots, mit dem Nutzer ihre Profilbilder mit unterschiedlichen Masken verzieren können (Cox: "Ein sehr wichtiger Trend") soll die Verweildauer und den Spaß auf der Plattform erhöhen - und nicht zuletzt die Attraktivität für die Werbebranche. kan
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