Facebook-Messenger Gerichtshof hebt WhatsApp-Blockade in Brasilien auf

Donnerstag, 17. Dezember 2015
Von der Whatsapp-Sperre waren 100 Millionen Menschen betroffen
Von der Whatsapp-Sperre waren 100 Millionen Menschen betroffen
Foto: Unternehmen
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Der in Brasilien von Millionen Menschen genutzte Internetdienst WhatsApp ist am Donnerstag landesweit für 14 Stunden blockiert worden. Damit wollte ein Gericht das Unternehmen zur Herausgabe von Daten in einem Kriminalfall bewegen. Der Anbieter Telegram, über den mit einer Internetverbindung ebenfalls kostenlos Nachrichten verschickt werden können, verzeichnete nach eigenen Angaben über 1,5 Millionen neue Nutzer.
 Die Blockade war von einem Gericht in São Bernardo do Campo im Bundesstaat São Paulo angeordnet worden und sollte für zwei Tage gelten. Der Gerichtshof von São Paulo hielt das für unangemessen und stoppte schließlich die Blockade. Eine Geldstrafe sei angebrachter als Millionen Nutzer zu bestrafen, betonte der Richter Xavier de Souz. Kurz nach der Entscheidung funktionierte der Dienst wieder. Hintergrund der vorübergehenden Sperre war ein Strafverfahren, in dem der Anbieter Aufforderungen zur Lieferung von Informationen nicht nachgekommen sein soll. Im Februar war eine landesweite Blockade bereits vor dem Start von einer Berufungsinstanz zurückgewiesen worden. Damals ging es laut Medien um die Herausgabe von Daten im Zusammenhang mit einem Pädophilie-Fall.

Tonight, a Brazilian judge blocked WhatsApp for more than 100 million people who rely on it in her country.We are...

Posted by Mark Zuckerberg on Donnerstag, 17. Dezember 2015
Facebook-Chef Mark Zuckerberg kritisierte die bisher beispiellose Blockade des zu seinem Unternehmen gehörenden Dienstes WhatsApp scharf. "Das ist ein trauriger Tag für Brasilien", schrieb er auf seiner Facebook-Seite. "Brasilien ist bisher ein Alliierter gewesen bei der Schaffung eines offenen Internets." Es könne nicht sein, dass die Entscheidung eines Gerichts "jede Person in Brasilien bestraft, die WhatsApp benutzt". Er sprach von über 100 Millionen Betroffenen.

WhatsApp hat die kostenpflichtige SMS-Kurznachricht weitgehend ersetzt. Weltweit sollen rund 900 Millionen Menschen WhatsApp nutzen. Facebook hatte den Dienst 2014 für rund 22 Milliarden Dollar gekauft. dpa
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