Facebook launcht Instant Articles Warum der "Spiegel" beim Test mitmacht

Mittwoch, 13. Mai 2015
Facebook startet den Test mit Instant Articles - mit dabei ist unter anderem National Geographic
Facebook startet den Test mit Instant Articles - mit dabei ist unter anderem National Geographic
Foto: Facebook

Nun ist es bestätigt: Facebook bringt die seit längerem erwarteten Instant Articles auf den Weg. Dabei veröffentlichen Medienhäuser nicht nur Links in dem sozialen Netzwerk, sondern ganze Artikel. Diese können die Medien - so der Plan - selbst vermarkten. Oder Facebook macht’s gegen Provision. In den USA wollen sich Medien wie Buzzfeed, "New York Times" und "National Geographic" an dem Test beteiligen. Aus Großbritannien sind der "Guardian" und BBC News dabei. Und in Deutschland? Hier sind "Spiegel" und "Bild" mit von der Partie. "Ja, wir begleiten den Test", heißt es vom "Spiegel" auf Anfrage von HORIZONT Online.

Wir wollten es etwas genauer wissen und haben bei der Führungsspitze von Spiegel Online nachgefragt, was man sich von der Kooperation verspricht.

1) Ist der Facebook-Plan ein unter publizistischen wie wirtschaftlichen Gesichtspunkten attraktives Angebot für Medien oder befürchten Sie eine Übermacht des US-Konzerns?

Florian Harms
, Chefredakteur Spiegel Online: "Wir betrachten diese Kooperation als spannende Gelegenheit, neue Präsentationsformen für unsere redaktionellen Inhalte auszuprobieren und aus diesen Erfahrungen zu lernen. Selbstverständlich ist und bleibt unsere journalistische Berichterstattung komplett unabhängig, auch die Berichterstattung über Facebook."

Katharina Borchert, Geschäftsführerin Spiegel Online: "Wir sind gerne schon in dieser frühen Phase von Instant Articles als Partner mit dabei, um möglichst viel experimentieren und gemeinsam lernen zu können. Wichtig ist dabei, dass wir zum ersten Mal nicht nur die Auswahl der Inhalte, sondern auch deren Vermarktung selbst in der Hand haben."
Florian Harms, Chefredakteur Spiegel Online und SpOn-Geschäftsführerin Katharina Borchert
Florian Harms, Chefredakteur Spiegel Online und SpOn-Geschäftsführerin Katharina Borchert (Bild: Lutz Jäkel / Katharina Borchert)


2) Welche Artikel Ihres Angebots würden Sie als „Instant Articles“ auf Facebook posten?

Torsten Beeck
, Leiter Social Media: "Grundsätzlich ist jeder Online-Inhalt geeignet, als Instant Article bei Facebook verfügbar zu sein. Uns ist es wichtig, in der Testzeit der Kooperation die Auswirkungen in der Nutzung zu beobachten und vor allem auf unsere Leser zu hören. Letztlich entscheiden sie durch ihre Interaktion, welche Geschichten auf Facebook besonders relevant sind – auf die werden wir setzen."

Facebook Firmenschild
Bild: Facebook

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Auch Axel Springer beim Test dabei

Aus Deutschland geht auch "Bild" den neuen Weg gemeinsam mit Facebook. "Bild muss immer da sein, wo unsere Leser und User sind. Das ist auf Papier so und das ist auch digital so", sagt Julian Reichelt, Chefredakteur von Bild.de. "Wir wollen lernen, aber auch mitgestalten, wie die Menschen im Zeitalter sozialer Plattformen News, Unterhaltung und Sport konsumieren."

Nach Angaben von Axel Springer behält "Bild" die Hoheit und Verantwortung über die Inhakte sowie über die Vermarktung der Werbung, die im Umfeld der Instant Articles erscheint. Dies wird von Axel Springer Media Impact erledigt. Doch allein auf Werbefinanzierung will Springer - wenig überraschend - nicht setzen. So sei vorgesehen, während der Testphase ein Bezahlmodell für journalistische Inhalte auf Facebook voranzutreiben.

Außerdem habe man von Facebook Transparenz bezüglich der Nutzerdaten zugesichert bekommen. Dabei halten sich beide Seiten an geltende Datenschutzbestimmungen, wie Springer versichert. vs/ire

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