Facebook-Europachef Martin Ott "Das Smartphone ist kein kleiner Fernseher"

Donnerstag, 14. September 2017
Facebook-Manager Martin Ott im Video-Interview
Facebook-Manager Martin Ott im Video-Interview
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Die Ankündigungen am ersten Tag der Dmexco zeigen: Facebook will von der Branche als Plattform wahrgenommen werden, die ihre Hausaufaben macht. So intensiviert das Unternehmen seine Bemühungen in Sachen Transparenz und Messbarkeit - und auch beim sensiblen Thema Brand Safety macht Facebook neue Zugeständnisse an die Werbekunden. Im Video-Interview erklärt Martin Ott, Managing Director Central Europe bei Facebook, warum die Branche vor allem beim Thema Mobile trotzdem umdenken müsse.
So werde im Online-Marketing immer noch viel mit Cookies gearbeitet, was in der Messung bei Reichweite und Kontaktfrequenz zu unsauberen Ergebnissen führe. Außerdem müssten Kunden begreifen, dass Facebook als mobiler Marketingkanal anders funktioniere als etwa TV: "Das Smartphone ist kein kleiner Fernseher", so Ott. Was Transparenz und Messgenauigkeit angeht, hat Facebook in den vergangenen anderthalb Jahren durch mehrere Ungenauigkeiten allerdings selbst viel Vertrauen verspielt - und deswegen nachgebessert, so Ott: "Transparenz und die Sicherheit der Kunden haben für uns die absolute Priorität. Wir haben sehr viele Änderungen vorgenommen. Das heißt nicht, dass in Zukunft nicht auch mal Fehler passieren. Aber wir werden sie ganz klar aufdecken", verspricht der Facebook-Manager. So arbeite man global mit 24 Jahren Measurement-Partnern bei Themen wie Viewability zusammen.
Ott wiederholt zudem das, was Geschäftsführerin Sheryl Sandberg kürzlich postuliert hatte: Für Hass sei auf Facebook kein Platz. Um das zu gewährleisten, habe man massiv investiert: "Wir haben die Zahl der Mitarbeiter, die Inhalte prüft, fast verdoppelt." In Deutschland arbeiteten bei der Bertelsmann-Tochter Arvato in Berlin über 700 Menschen an der Prüfung von Inhalten, in einem weiteren Prüfzentrum bei Essen kämen bis Jahresende weitere 500 hinzu.

Dennoch dürfte Facebook auch und gerade in Deutschland weiter unter Beobachtung bleiben - bei Werbekunden und bei den besonders Facebook-kritischen TV-Vermarktern erst recht. Bislang hat Facebook stets die Bereitschaft bekundet, gemeinsam mit Werbungtreibenden, Publishern und Vermarktern in Joint Industry Commitees bei Themen wie Reichweite und Vergleichbarkeit zusammenzuarbeiten. Gespräche werden schon lange geführt, Konkretes kam dabei bislang nicht zustande.
Everson, Carolyn_Facebook
Bild: Facebook

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Ott zeigt sich aber optimistisch, dass in naher Zukunft erste Ergebnisse aus der Zusammenarbeit Facebooks mit der AGF zu sehen sein werden. Kritikern schreibt der Facebook-Manager aber ins Stammbuch: "Wir dürfen die Zukunft nicht mit den Mitteln der Vergangenheit messen." ire
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