Facebook Chefredakteur Julian Reichelt über den ersten Instant Article von Bild.de

Dienstag, 14. Juli 2015
Der erste Instant Article von Bild.de behandelt Mario Götzes Finaltreffer bei der WM 2014
Der erste Instant Article von Bild.de behandelt Mario Götzes Finaltreffer bei der WM 2014
Foto: Screenshot Facebook / Bild.de

Seit klar ist, dass sich Bild.de an Facebooks Test mit Instant Articles beteiligt, wurde der erste reine Facebook-Artikel der Berliner mit Spannung erwartet. Nun ist er da - vorerst allerdings nur in der iOS-App von Facebook: Mario Götzes goldener Treffer aus dem WM-Finale 2014 samt Interview mit dem Torschützen und ARD-Kommentator Tom Bartels. Gegenüber HORIZONT Online beschreibt Bild.de-Chef Julian Reichelt die Vorbereitungen und die weiteren Pläne mit Instant Articles.
Diese werden, soviel kann man jetzt schon sagen, das Leseerlebnis journalistischer Inhalte auf Smartphones noch einmal weiterentwickeln. Immerhin handelt es sich bei Instant Articles um speziell für kleine Bildschirme hergestellte Formate, die das Beste aus Bild, Text, Ton und Bewegtbild vereinen sollen - ohne dass der Nutzer das Facebook-Universum verlassen und sein Smartphone erst einmal eine neue Website laden muss. Bild.de hat dabei zum Start das Optimale herausgeholt: Der Instant Article hat eigentlich alles, was sich im Mobil-Zeitalter in ein journalistisches Format quetschen lässt. Neben klassischem Frage-Antwort-Spielchen mit Mario Götze gibt es einen Audio-Kommentar von Tom Bartels, der das WM-Finale seinerzeit für die ARD kommentierte. Großzügige Bilder sind ebenso eingstreut wie kleine Videos - die sich je nachdem wie man das Smartphone hält, mitbewegen. Allerdings schadet es nicht, wenn man sich schon einmal mit Snapchat Discover, dem Vorbild für Facebooks Instant Articles, beschäftigt hat. Denn die Navigation kann einem hier und da durchaus einen Streich spielen.
Eine Daten-Grafik bietet der Artikel ebenso wie...
Eine Daten-Grafik bietet der Artikel ebenso wie... (Bild: Screenshot Facebook / Bild.de)
Der Artikel, der seit gestern Nachmittag auf der Facebook-Seite von Bild.de ganz oben angeheftet ist, ist das Ergebnis von viel technischer Tüftelei - aber auch Markenarbeit, wie Bild.de-Chefredakteur Julian Reichelt erklärt: "Die wichtigste Frage, die wir uns bei journalistischer und technischer Konzeption gestellt haben, lautete: Wie schaffen wir es, die ganze Wucht der Marke Bild in einen Artikel zu legen? Denn das ist es, was wir in einer zunehmend fragmentierten Lesewelt erreichen wollen: Als Bild erkennbar bleiben, auch wenn unsere Leser und User nicht über das Gesamtkunstwerk Homepage auf einen Artikel einsteigen."
... eingestreute Videos, die sich direkt liken und kommentieren lassen
... eingestreute Videos, die sich direkt liken und kommentieren lassen (Bild: Screenshot Facebook / Bild.de)
Dies sei zum Start sehr gut gelungen, findet Reichelt: "Wir sind emotional, in vielen Details exklusiv und erkennbar Bild", so Reichelt. Das Fußball-Thema dürfte seinen Teil dazu beigetragen haben. Es ist jedenfalls nur schwer vorstellbar, dass sich eine x-beliebige Promi-Geschichte ähnlich hätte aufbereiten lassen. Bild.de hat für den Einstieg in die Welt der Instant Articles also das Thema mit der größtmöglichen Wucht gewählt. Künftig will Reichelt allerdings auch kleinere Brötchen backen: "Die nächste Phase von Instant Articles wird nach jetzigem Stand nicht vorrangig aus weiteren 'Leuchttürmen' wie dem über das Götze-Tor bestehen, sondern automatisiert einen gewissen Anteil unseres Artikelangebots bei Facebook als Instant Article ausspielen."

Erfahrungen sammeln dürfte dabei das Gebot der Stunde heißen. Denn immerhin will Axel Springer mit Instant Articles irgendwann auch Geld verdienen. ire
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