"FR"-Chefredakteurin Bascha Mika "Die Zeitung braucht die Gemeinde"

Donnerstag, 05. Juni 2014
Buchautorin, Uni-Professorin, Journalistin - und alles aus Leidenschaft: Bascha Mika (Bild: FR)
Buchautorin, Uni-Professorin, Journalistin - und alles aus Leidenschaft: Bascha Mika (Bild: FR)


Der Printkrise im Anzeigengeschäft und der zunehmenden Bedeutung von Vertriebserlösen, die daraus folgt, kann Bascha Mika auch Gutes abgewinnen: "Es ist doch toll, wenn wir uns irgendwann nicht mehr von Anzeigenkunden aushalten lassen müssen." So lebe die Zeitung von den Journalisten und der inhaltlichen Qualität ihrer Arbeit, sagt die 60-Jährige, die seit Anfang April 2014 Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau" ist, im Interview mit HORIZONT.
HORIZONT.NET veröffentlicht Auszüge aus dem Gespräch; das vollständige Interview ist nachzulesen in der aktuellen HORIZONT-Printausgabe 23/2014.

Bascha Mika über:

...Vertriebserlöse:

"Es ist es doch toll, wenn wir von unserer Arbeit leben können und uns irgendwann nicht mehr von Anzeigenkunden aushalten lassen müssen. Die Zeitung, die wir verkaufen, wenn die Vertriebserlöse höher sind als die Anzeigenerlöse, lebt von uns als Journalisten. Und deswegen ist vielen in der Branche mittlerweile klar geworden, dass wir nicht irgendeinen Schrott anbieten können, sondern dass es verstärkt um die inhaltliche Qualität, den besonderen Blick auf die Welt und den gemeinsamen Identifikationspunkt für die Leser geht."

...die Zukunft in der Community:

"Ich glaube, dass sich mittelfristig bestimmte gesellschaftliche Gruppen eine Zeitung halten werden, so wie eine freikirchliche Gemeinde ihren Pfarrer bezahlt, damit er predigt. Damit will ich nicht sagen, dass es sich dabei nur um ein paar Tausend Leser handelt. Aber wenn wir die gedruckte Zeitung erhalten wollen, müssen wir uns auf die Community konzentrieren. Deshalb ist der Begriff auch außerhalb des Netzes so wichtig. Die Zeitung braucht die Gemeinde."

...Qualitätsjournalismus im Netz:

"Es führt überhaupt kein Weg daran vorbei, uns den Journalismus im Netz bezahlen zu lassen. Wir wissen, es funktioniert nicht mit Druck, aber es könnte über Anreize und Verlockungen funktionieren. Wenn wir etwas anbieten, das einen Mehrwert bietet und über den reinen Journalismus hinausgeht, können wir auch mit Recht etwas verlangen. Das Upgrade für den Leser ist nicht das Ziel, es ist der Weg." kl
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