FAZ Mathias Müller von Blumencron geht

Freitag, 22. September 2017
Mathias Müller von Blumencron verlässt die "FAZ"
Mathias Müller von Blumencron verlässt die "FAZ"
© Manfred Witt

Vor drei Wochen erst hat sich Mathias Müller von Blumencron in einem großen Interview auf HORIZONT Online ausführlich zur Digitalstrategie der "FAZ" geäußert. Seit heute steht fest, dass die digitale Zukunft der Tageszeitung ohne den 48-Jährigen stattfinden wird. Müller von Blumencron wird das Haus zum Jahresende verlassen.

Die Wege von Mathias Müller von Blumencron und der "FAZ" trennen sich. Müller von Blumencron, der seit 2013 als Chefredakteur die digitalen Produkte des Hauses verantwortet, wird den Verlag Ende des Jahres verlassen. Laut "FAZ" geht Müller von Blumencron auf eigenen Wunsch.

"Es war ein Privileg, dieser Zeitung beim digitalen Aufbruch zu helfen", sagt Müller von Blumencron, "und es war eine Freude, gemeinsam mit einer leidenschaftlichen Redaktion und einem neu aufgestellten Verlag die Zukunft zu gestalten. Nun ist es Zeit weiterzuziehen". Wohin die Reise geht, steht offenbar noch nicht im Detail fest. "Ich nehme mir Zeit zum Nachdenken. Bislang sind neue Aufgaben immer auf mich zugerollt. Nun will ich mit mehr Freiheit entscheiden", sagt Müller von Blumencron gegenüber HORIZONT Online.

Mathias Müller von Blumencron
Bild: Manfred Witt

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Ein Führungs-Vakuum entsteht bei der "FAZ" durch den Abgang nicht. Die Nachfolge von Müller von Blumencron tritt im Januar 2018 Carsten Knop an. Der 48-Jährige, der 1993 bei der "FAZ" als Volontär einstieg und künftig wie sein Vorgänger direkt den Herausgebern unterstellt sein wird, hatte sich zuletzt als verantwortlicher Redakteur um die die Wirtschafts- und Unternehmensberichterstattung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gekümmert. Zuvor hatte er unter anderem als Wirtschaftsredakteur bei der "Börsen-Zeitung" und in weiteren Funktionen bei der "FAZ" gewirkt. So ist er bereits seit längerer Zeit Mitglied im "Digital Board" der Zeitung, das an der Weiterentwicklung der bestehenden digitalen Produkte und an neuen Ideen arbeitet.

Carsten Knop beerbt Müller von Blumencron bei der "FAZ"
Carsten Knop beerbt Müller von Blumencron bei der "FAZ" (Bild: F.A.Z. Wolfgang Eilmes)
Viel verändern will der Neue nicht. Vielmehr wolle Knop den von seinem Vorgänger eingeschlagenen Weg weitergehen. "Die Internet-Strategie wird weiter vorangetrieben. Die Zahl der kostenpflichtigen Geschichten auf FAZ.NET wird sich, wie angekündigt, erhöhen. Und wir werden einzelne Interessengruppen intensiver bedienen. Der Anspruch bleibt: Wir bieten den Lesern verlässliche Orientierung in unruhigen Zeiten, im Blatt und in den digitalen Angeboten", sagt Knop. 

In der "FAZ"-Chefetage bedauert man den Entschluss des derzeit noch amtierenden Digital-Chefs. "Es war ein großer Gewinn, mit Mathias Müller von Blumencron zusammenzuarbeiten. Unser Haus hat enorm von seiner Erfahrung und Begeisterungsfähigkeit profitiert", sagt Berthold Kohler, Vorsitzender der Herausgeberkonferenz. mas

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