FAZ Massiver Stellenabbau bei den klugen Köpfen

Dienstag, 16. September 2014
Der "FAZ" stehen harte Zeiten bevor
Der "FAZ" stehen harte Zeiten bevor
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FAZ Stellenabbau Thomas Lindner Frankfurter Rundschau


Die Krise bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" spitzt sich zu. Die altehrwürdige Tageszeitung muss massiv sparen. Im Zuge dessen wird es nun auch zu Entlassungen kommen. Nach HORIZONT-Informationen findet am heutigen Dienstag um 11 Uhr eine Personalversammlung statt. Auf dieser wird FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner die Belegschaft über die Maßnahmen informieren.
Wie HORIZONT aus gut informierten Kreisen erfuhr, will die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" im großen Stil Personal abbauen. Rund 200 von insgesamt 900 Stellen sollen bei dem Traditionstitel in den kommenden zwei bis drei Jahren wegfallen. Davon sollen etwa 40 Redakteure betroffen sein. Anders als im Verlagsbereich sind bei der Redaktion keine betriebsbedingten Kündigungen geplant. Alle Details müssen noch mit dem Betriebsrat ausgehandelt werden.
FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner
FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner (Bild: Foto: FAZ)
Die "FAZ" hat zuletzt stetig an Auflage verloren. Seit Anfang 2011, als die verkaufte Auflage noch bei gut 362.000 Exemplaren lag, zeigt die Kurve kontinuierlich nach unten. Im 2. Quartal 2014 verkaufte die "FAZ" nur noch 302.000 Exemplare. Zum Vergleich: Bei der "Süddeutschen Zeitung" ging der Wert im selben Zeitpunkt zwar ebenfalls zurück, allerdings von einem höheren Niveau. Hier sank die verkaufte Auflage von 420.000 auf 380.000 Exemplare.

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Bild: SWR/Peter A. Schmidt

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Was die Lage bei der "FAZ", deren Mehrheitsgesellschafter Frankfurter Societät Anfang 2013 die damals insolvente "Frankfurter Rundschau" übernommen hatte, derzeit so dramatisch macht, sind die schlechten Zahlen. Zwar soll die "FAZ" noch einiges auf der "hohen Kante" haben. Doch die Verluste machen sich allmählich bemerkbar. Bereits 2012 war der Titel mit 4,3 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht. Im Jahr 2013 lag der Umsatz nach HORIZONT-Informationen erneut knapp unter Vorjahr. Beim einst so voluminösen Stellenmarkt gingen die Umsätze sogar um schmerzliche 20 Prozent zurück. In diesem Jahr soll der Werbeumsatz zwar erneut gesunken sein, der Verlust soll aber Stand heute unter dem des Vorjahres liegen. Grund könnte unter anderem auch die Anhebung des Copypreises sein. Die "FAZ" kostet seit 13. Januar unter der Woche 2,30 Euro - und damit 10 Cent mehr als zuvor. mas
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