"FAZ"-Interview Mathias Döpfner über N24, Forbes und Google

Donnerstag, 23. Januar 2014
Springer-Chef Mathias Döpfner
Springer-Chef Mathias Döpfner


Springer-Chef Mathias Döpfner hat der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ein Interview zur Gesamtsituation bei dem Medienkonzern gegeben. Darin äußert er sich zu aktuellen Entwicklungen wie dem N24-Kauf, den jüngsten Spekulationen um einen Kauf des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" und der Vermarktungspartnerschaft mit dem Lieblingsfeind Google. Zum Kauf von N24 sagte Döpfner, man habe zuletzt die Nachfrage der Werbekunden nach Bewegtbildumfeldern nicht mehr befriedigen können. Der Sender soll diesen Bedarf mit seinen Videoangeboten decken. Mit-Eigentümer Stefan Aust, der künftig als "Welt"-Herausgeber fungiert, soll dabei mehr sein als ein Frühstücksdirektor. "Er wird eine sehr aktive Herausgeberschaft haben", so Döpfner. "Er brennt vor Ideen und Tatendrang." Gleichwohl werde er sich nicht ins operative Tagesgeschäft einmischen, sondern vielmehr "die großen publizistischen Linien bestimmen." Ein anderer ehemaliger "Spiegel"-Chefredakteur kommt hingegen nicht: Das anvisierte gemeinsame Projekt mit Georg Mascolo werde man nicht realisieren, wie Döpfner erklärt.

Dafür könnte ein renommiertes Magazin demnächst bei Springer erscheinen. Das "Wall Street Journal" hatte kürzlich berichtet, dass die Berliner unter den Interessenten für den zum Verkauf stehenden US-Wirtschaftstitel "Forbes" seien. Bislang gibt Springer die russische und die polnische Lizenzausgabe heraus. "Ob sich noch mehr ergibt, kann ich heute nicht sagen", gibt sich Döpfner schmallippig. Nach Dementi klingt das jedenfalls nicht.

In dem Interview befragte "FAZ"-Medienredakteur Michael Hanfeld Döpfner auch zur Vermarktung von Online-Anzeigen. In diesem Bereich ließ Springer zuletzt mit der Nachricht aufhorchen, dass man Rest-Werbeplätze künftig in Echtzeit vermarkten lassen will - und zwar ausgerechnet vom Lieblingsfeind Google. Zu dem Internetgiganten habe Springer ein "ambivalentes Verhältnis", erklärt Döpfner, da man sich in einigen Bereichen wie Leistungsschutzrecht, Fair Search und Fair Share "in einem lebendigen Dissens" befinde.

Dennoch kommt Springer mangels Alternative nicht an der Google-Technologie vorbei. Diese werde die eigene Vermarktung lediglich ergänzen, nicht ersetzen, so Döpfner. "Das kann ich jedem anderen Verlag nur empfehlen, damit kann man eine Menge Reporterplätze sichern." ire
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