F8 So schätzen Digitalexperten Facebooks Messenger-Revolution ein

Mittwoch, 13. April 2016
Messenger-Chef David Marcus auf der F8
Messenger-Chef David Marcus auf der F8
Foto: Facebook
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Facebook ermöglicht es Nutzern des Messengers künftig, mit Unternehmen zu chatten. Dabei sollen auch so genannte Chatbots zum Einsatz kommen, also Software, die sich mit Menschen unterhalten kann. Digitalexperten sehen darin großes Potenzial für Unternehmen.

Bert Bröske, Regional Marketing Manager DACH & Eastern Europe, Marin Software

(Bild: Marin Software)
Facebook kann es mit dem Messenger Bot Store gelingen, das Thema "Chat" auf eine neue reale und praktische Ebene zu bringen. Das Unternehmen verfügt über eine relevante Anzahl an Usern, mehrere hundert Millionen Menschen nutzen den Messenger weltweit. Und Chats sind längst im Alltag der User angekommen. Sie sind es inzwischen gewohnt, über Messenger in Echtzeit zu kommunizieren. Durch die Integration verschiedener Bots in den Facebook Messenger könnten zahlreiche Apps künftig überflüssig werden, wenn der Dienst die Funktionen in einem Service vereint. Dann wird es bald möglich, direkt über den Messenger beispielsweise einen Tisch in seinem Lieblingsrestaurant zu reservieren. Der Facebook Messenger wird damit zum Werkzeug der kommerziellen Kommunikation."

Thomas Kabke-Sommer, Geschäftsführer Kontor Digital Media

(Bild: Kontor Digital Media)
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Verlagskooperationen, der Ausbau des Messengers, Bezahlfunktion – Facebook versucht massiv an verschiedenen Fronten, seine Nutzer weiter zu binden und immer länger im eigenen Eco-System zu halten. Das ist eine konkludente Strategie. Stickiness ist hier das Schlagwort. Das hat Google auch versucht und andere große Player werden es ebenfalls tun. Facebook ist durch seine umfangreiche User-Basis allerdings extrem gut aufgestellt. Durch den Adserver Facebook Atlas, der ermöglicht, dass Werbung über Facebook auch außerhalb des Netzwerks auf Basis der Nutzerprofilinformationen ausgespielt werden kann, ist Facebook ein semipermeables Konstrukt. Je mehr die Nutzer über Facebook machen, desto besser funktioniert das Eco-System und desto mächtiger wird es. Der geplante Messenger-Bot-Store und die Bezahlfunktion stellen die die "Uber-fizierung" von Facebook dar. Über mobile Dienstleistungen, wie Buchen von Kinotickets, Taxibestellungen oder Geld-Transaktionen etc. sollen die Nutzer daran gewöhnt werden, Facebook als einziges "Convenience-Cockpit" wahrzunehmen und zu nutzen. Diverse Apps, die bisher einzelne Dienstleitungen übernommen haben, oder auch die Vergleichsportale dieser Welt für Versicherungen, Strom, Reisen etc. werden zwangsweise ins Hintertreffen geraten. Die Facebook-Kurve hingegen geht steil nach oben. Wir dürfen auf das nächste Quartal gespannt sein. Vielleicht plant Facebook dann bereits ein Social TV und damit den weiteren Angriff auf Youtube."

Julien Hervouët, CEO iAdvize

(Bild: iAdvize)
Die aktuellen Entwicklungen bei Facebook zeigen ganz klar, dass die Applikation Messenger selbst zur Plattform ausgebaut wird und damit einen höheren Stellenwert im Facebook-App-Universum bekommt. Der Messenger bietet für Marken die einzigartige Möglichkeit, immer in der Hosentasche der Konsumenten präsent zu sein. Er wird zum Tool, das alles kann, und damit zur perfekten Schnittstelle zwischen Internetnutzern und Unternehmen. Brands treten darüber in den Dialog mit ihren Kunden und bieten so die perfekte "Conversational Experience". Somit ist der Messenger ein neuer Kontaktkanal für Unternehmen, die dort ab sofort mit Kunden in ihrem gewohnten Umfeld interagieren können. Unsere ersten Erfahrungen mit Touristik- und Telekommunikationsunternehmen zeigen, dass die Kommunikation zu Bestellungen oder der Austausch mit dem Kundenservice über den Messenger extrem gut von den Nutzern angenommen wird.

Ben Prause, Geschäftsführer eprofessional

(Bild: eprofessional)
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Der Facebook Messenger, bisher nur ein Chat Service, wird zur Plattform ausgebaut. Spannend für Unternehmen ist dabei vor allem der angekündigte Bot Store. Das wird weit mehr als ein weiterer App Store wie der App Store von Apple oder Google Play. Die Facebook Bots haben gegenüber den Apps und Browser-Anwendungen den Vorteil, dass Messenger-Nutzer alle Services direkt über eine einzige Oberfläche nutzen können. Unternehmen werden im Messenger nicht nur mit den Kunden kommunizieren, sondern ihre Leistungen und Produkte dort über die Bots direkt verkaufen. Mit der Marktmacht der 900 Millionen Messenger-Nutzer und den präzisen Targeting-Möglichkeiten von Facebook wächst hier ein riesengroßer und völlig neuer Marktplatz."

Schahab Hosseiny, CEO MSO Digital

(Bild: MSO Digital)
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Künstliche Intelligenz über automatisierte Lernmechanismen von Bots ist seit vielen Jahren Schwerpunkt diverser Technologie-Unternehmen. Der Facebook Messenger will nun mit dem Messenger-Bot-Store den Massenmarkt adressieren. Er soll die Kommunikation mit Unternehmen vereinfachen und unser Leben komfortabler machen. Die Möglichkeiten für entsprechende Bots sind nahezu unbegrenzt. Facebook will damit zum stets verfügbaren, persönlichen Concierge werden. Wir steuern einer Zeit der noch intensiveren Live-Kommunikation mit dem Kunden entgegen, wobei die Unternehmens-Website oder externe Landingpages für Direktbuchungen oder Kontaktaufnahme weiter an Bedeutung verlieren werden. Mit Facebook-Canvas-Seiten ist bereits ein erster Schritt tiefer in das Facebook-Ökosystem erfolgt."

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