Eyeo-Chef Faida im Video-Interview Die Details zum geplanten Experten-Kommitee für bessere Werbung

Montag, 13. März 2017
Adblock-Plus-Chef Till Faida im Video-Interview während des OMR-Festivals.
Adblock-Plus-Chef Till Faida im Video-Interview während des OMR-Festivals.
© HORIZONT

Das Geschäftsmodell von Adblock Plus ist umstritten - und schon mehrfach musste sich die Mutterfirma Eyeo deswegen vor Gericht verantworten. Doch Eyeo-CEO Till Faida will sich davon nicht beirren lassen - obwohl seine Firma nun auch technologischen Angriffen ausgesetzt ist.
Namentlich geht es um Facebook, das im vergangenen Jahr erklärt hatte, eine eigene Lösung zur Umgehung von Adblockern auf dem Desktop entwickelt zu haben. Adblock Plus reagierte prompt - doch noch immer ist nicht klar, wer in dieser Technologie-Schlacht, Faida nennt es ein "Katz-und-Maus-Spiel", die Oberhand behält.
Im Video-Interview mit HORIZONT Online und turi2 während des OMR-Festivals kündigt der Chef des Werbeblockers jedoch ein größeres Update an, um Facebooks Anti-Adblocker-Lösung zu umgehen. Außerdem gibt er eine Einschätzung über die Verbreitung mobiler Adblocker in Deutschland.

Auch an anderen Fronten will Faida für Bewegung sorgen: So nennt er Details zur geplanten Einführung eines unabhängigen Experten-Kommitees, das die Kriterien für das Acceptable-Ads-Programm schärfen soll. Dem Gremium sollen Werbungtreibende, Publisher, aber auch User angehören. Gemeinsam sollen sie unter anderem eine Linie für den Umgang mit Video-Werbung erarbeiten, die von vielen Nutzern als besonders störend wahrgenommen werde, so Faida.

Bei Acceptable Ads handelt es sich um Online-Werbung, die als nicht störend gilt und daher nicht ausgeblendet werden muss. Adblock Plus hatte Firmen jedoch auch die Möglichkeit eingeräumt, sich in eine Whitelist einzukaufen, um auch weiterhin Werbung an Nutzer von Adblockern ausspielen zu können. Diese Praxis war im vergangenen Jahr von einem Kölner Gericht als unzulässig eingestuft worden. Mehrere große Verlagshäuser sind bereits juristisch gegen das Geschäftsmodell Adblock Plus vorgegangen. Klagen von Handelsblatt, Zeit Online, RTL Interactive, Pro Sieben Sat 1, "Süddeutscher Zeitung" und Axel Springer wurden seither in Gänze oder teilweise abgewiesen. Gegenüber HORIZONT Online bekräftigt Faida seinen Willen, juristische Auseinandersetzungen wenn nötig bis vor den Bundesgerichtshof auszutragen. ire
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