Extremistische Umfelder "Guardian" boykottiert Werbung bei Google und Youtube

Freitag, 17. März 2017
Der "Guardian" gab die Entscheidung auf seiner Website bekannt
Der "Guardian" gab die Entscheidung auf seiner Website bekannt
© Screenshot TheGuardian.com

Die renommierte britische Tageszeitung "Guardian" wird auf absehbare Zeit keine Werbung mehr bei Google und Youtube schalten. Der Grund für den Boykott: Anzeigen der Tageszeitung waren in extremistischen Umfeldern erschienen. Bis Google sicherstellen könne, dass dies nicht wieder geschieht, werde man keine Werbung mehr bei dem Internetgiganten platzieren. 
Anzeigen für das Leserbindungsprogramm des "Guardian" waren unter anderem im Umfeld von Youtube-Videos US-amerikanischer Nationalisten und islamistischer Hassprediger aufgetaucht. Die vom "Guardian" beauftragte Mediaagentur hatte zur Verbreitung der Anzeigen Googles Ad Exchange Plattform AdX genutzt.  Guardian-Chef David Pemsel teilte Google daraufhin schriftlich mit, dass dies "absolut inakzeptabel" sei. Man werde keine Werbung mehr bei Google schalten, bis das Unternehmen garantieren könne, dass die Werbung nicht mehr in derartigen Umfeldern auftauche, berichtet der "Guardian" auf seiner Website in eigener Sache. Pemsel appellierte zudem an andere Werbungtreibende, Google und deren Tochterfirmen ebenfalls zu boykottieren, solange nicht sichergestellt sei, dass Werbung nicht in extremistischen Umfeldern geschaltet werde. 

Ein Google-Sprecher verwies laut "Guardian" auf bestehende Richtlinien, die festlegen, wo Google-Ads angezeigt werden. Man werde seine Politik und Kontrollen aber überarbeiten, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern.
Screenshot Breitbart 09.12.2016
© Screenshot http://www.breitbart.com

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