"Extreme Herausforderung" Tom Buhrow bekräftigt Sparpläne

Montag, 14. Oktober 2013
Tom Buhrow: "Bin Fleisch vom Fleische des WDR"
Tom Buhrow: "Bin Fleisch vom Fleische des WDR"
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Tom Buhrow, seit 100 Tagen Intendant des WDR, hat im Interview mit dem "Spiegel" die Notwendigkeit zu einem tiefgreifenden Umbau der größten ARD-Anstalt bekräftigt. Inhaltlich will Buhrow den Westdeutschen Rundfunk künftig crossmedialer aufstellen. Zu den Herausforderungen seines neuen Postens sagte Buhrow: "Die tatsächliche Wucht des Amtes hat mich dann doch überrascht."
Vergangene Woche hatte Buhrow ein massives Sparprogramm angekündigt. Der WDR muss in den kommenden zehn Jahren eine Finanzierungslücke von 1,3 Milliarden Euro schließen. Als Sofortmaßnahmen hatte der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator Kürzungen von 30 Millionen Euro pro Jahr und den Abbau von 50 Planstellen angekündigt. "Die Rasenmähermethode ist nur eine Notmaßnahme für eine begrenzte Zeit, damit wir Luft kriegen, um strukturelle Maßnahmen zu ergreifen", betont Buhrow im Interview mit dem "Spiegel". Man müsse sich entscheiden, "welche Bereiche wir weiterführen, auf welche Podukte wir verzichten - so wie ein Autokonzern, der auch manche Modelle aufgeben muss und andere, erfolgreichere, ausbaut". Welche Formate oder Bereiche er für verzichtbar hält, sagte Buhrow indes noch nicht.

Die Hauptherausforderung sei, Formate zu entwicklen, die den neuen Nutzungsgewohnheiten der Menschen entsprechen: "Wir haben bisher zu viel in Säulen gedacht . Radio, Fernsehen, Internet - und diese Säulen müssen verschmelzen, auch weil dadurch wiederum neue Formate entstehen, an die wir jetzt noch gar nicht denken. (...) Ganze Bereiche sollen vernetzt werden, und zusammenarbeiten und nicht nur einmal in der Woche miteinander reden."

Von den Anforderungen seines neuen Jobs sei Buhrow überrascht worden, bekennt der TV-Journalist: "Ich wusste, dass dieser Job eine extreme Herausforderung ist. Aber die tatsächliche Wucht des Amtes hat mich dann doch überrascht." Bei der Umsetzung seiner Reformpläne will Buhrow vor allem auf Kommunikation und Offenheit setzen: "Ich bin offen und ehrlich, ohne Hintergedanken. Ich hänge an diesem Sender, dem ich seit meinem Volontariat alles zu verdanken habe. (...) Ich bin Fleisch vom Fleische des WDR, das spüren die Kolleginnen und Kollegen." dh
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