Ex-Nationalspieler und Investor Wie Marcell Jansen Social Media neu denken will

Dienstag, 30. Januar 2018
Marcell Jansen ist nicht nur Unternehmer, sondern wirbt auch für Smartbets
Marcell Jansen ist nicht nur Unternehmer, sondern wirbt auch für Smartbets
© Better Collective

Bis 2015 spielte Marcell Jansen in der Fußball-Bundesliga, ehe er mit damals 29 Jahren seine Karriere beendete. Seitdem ist der einstige Nationalspieler nicht untätig gewesen: Neben diversen Beteiligungen an Start-ups, der Arbeit als Testimonial für einen Wettanbieter und einer Zusammenarbeit mit Sky hat er auch an einer eigenen App gebastelt. Diese hat Jansen nun auf dem Spobis in Düsseldorf vorgestellt.

Picue, so der Name der werbefinanzierten Anwendung, soll es den Nutzern erlauben, "Wir-Momente" gemeinsam zu erleben. Die Foto-und Video-App funktioniert dabei nicht wie ein klassisches soziales Netzwerk, sondern eher wie eine Art Gruppenchat. Über Picue können die Nutzer die besten Momente, die sie mit der In-App-Kamera festgehalten haben, mit einem ausgewählten Personenkreis teilen. Außerdem können die User ihren Lieblings-Influencern folgen.

All das gehe ohne Verlust der Privatsphäre, wie die Macher betonen. Denn die persönlichen Daten der Nutzer würden nach den Regeln der am 25. Mai umzusetzenden Datenschutz-Grundverordnung verarbeitet. Picue steht im App Store und bei Google Play kostenfrei zum Downlaod zur Verfügung.
Die Benutzeroberfläche von Picue
Die Benutzeroberfläche von Picue (© Screenshot)
"Picue bietet Nutzern ausschließlich für sie relevanten Content zu individuellen Interessen", so Jansen. "Sie können öffentlichen und privaten Gruppen zu vielfältigen Themenbereichen folgen und eigene gründen. Jedes Mitglied hat dabei die vollständige Kontrolle über die Verwendung der eigenen Daten."

Hinter Picue steht das Hamburger Unternehmen Globe4Go, bei der Jansen als Geschätsführer fungiert. Ebenfalls Geschäftsführer und für die wirtschaftlichen Belange von Picue zuständig ist Stephan Niggemeyer. Jansen hat eigenen Angaben zufolge bereits seit seinem Rücktritt vom Profifußball an der Entwicklung der App gearbeitet.
„Picue bietet Nutzern ausschließlich für sie relevanten Content zu individuellen Interessen,“
Marcell Jansen
Dieser Schritt war damals mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen worden. Jansen, der 242 Mal in der Fußball-Bundesliga für Mönchengladbach, Bayern München und den Hamburger SV sowie 45 Mal für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft aufgelaufen war, hatte die Schuhe vergleichsweise früh an den Nagel gehängt. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler hatte das damals mit einem Satz kommentiert, der es im Fußball-Business inzwischen zum geflügelten Wort gebracht hat: "Wer sowas macht, hat den Fußball nie geliebt", so Völler damals. ire

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