Eurovision Song Contest ARD schließt Rückzug vom ESC aus, will aber Vorentscheid reformieren

Montag, 15. Mai 2017
Levina kam in Kiew nicht über den vorletzten Platz hinaus
Levina kam in Kiew nicht über den vorletzten Platz hinaus
© NDR/Willi Weber

Trotz der erneuten Pleite Deutschlands beim Eurovision Song Contest (ESC) will die ARD dem Musikwettbewerb treu bleiben. "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber der "Bild"-Zeitung (Montag). Auf die Frage, ob Deutschland nach dem dritten ESC-Debakel in Folge aussteigen solle, sagte er: "Nein."

Sängerin Levina war mit ihrem Song "Perfect Life" am Wochenende Vorletzte geworden. In den beiden Jahren zuvor landete Deutschland jeweils sogar auf dem letzten Platz. Gewonnen hat in diesem Jahr Portugal. Schreiber wies darauf hin, dass die Portugiesen schon 49 Mal am ESC teilgenommen und nun ein Mal gesiegt hätten. Er stellte die Frage in den Raum: "Waren ihre Ergebnisse vor 2017 Blamagen?" 

Der ESC sei "die mit weitem Abstand erfolgreichste Fernsehshow des Jahres in einer Sendelänge von 20.15 Uhr bis ca. 1.40 Uhr". Die Startgebühren für Deutschland hätten in diesem Jahr bei rund 380.000 Euro gelegen - "deutlich unter den durchschnittlichen Produktionskosten von Unterhaltungsshows im Hauptabend", sagte Schreiber. 

Gleichwohl wolle man den nationalen Vorentscheid reformieren. Wie diese Neuerungen aussehen sollen, ist jedoch noch unklar: "Wir informieren, wenn es ein Ergebnis gibt. Jetzt eine Antwort zu erwarten ist unseriös", sagte der ARD-Unterhaltungschef gegenüber dem "Tagesspiegel".

Das Finale des Eurovision Song Contest war am Samstag mit 7,76 Millionen Zuschauern zwar die mit Abstand meistgesehene Sendung des Tages. In den vergangenen Jahren lockte die Show allerdings nie weniger als 8 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme - mit einer Ausnahme: 2009 markierte mit lediglich 7,36 Millionen Zuschauern den Tiefpunkt des ESC in Deutschland. Im Jahr darauf verhalf Stefan Raab dem Wettbewerb mit dem Sieg von Lena Meyer-Landrut zu einem furiosen Comeback und fast 15 Millionen Zuschauern in Deutschland. dpa/dh

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