European Investigative Collaboration Der Spiegel gründet europäisches Recherche-Netzwerk

Freitag, 18. März 2016
Will  investigatives Profil des "Spiegel" stärken: Chefredakteur Klaus Brinkbäumer
Will investigatives Profil des "Spiegel" stärken: Chefredakteur Klaus Brinkbäumer
Foto: Spiegel
Themenseiten zu diesem Artikel:

Der Spiegel Klaus Brinkbäumer Alfred Weinzierl


Auf sieben Seiten ist die Recherche in der neuen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ ausgebreitet. Es geht um den internationalen Handel mit gebrauchten Schusswaffen, die auch bei den Terroranschlägen in Paris und Kopenhagen zum Einsatz kamen. Der Artikel ist die erste Arbeit des neu gegründeten Europäischen Netzwerks für investigative Zusammenarbeit, kurz EIC (für European Investigative Collaboration).

Dem paneuropäischen Rechercheverbund gehören neben dem „Spiegel“ acht weitere Titel an: die Zeitungen „Le Soir“ (Belgien), „Politiken“ (Dänemark) und „El Mundo“ (Spanien), „L‘Espresso“ (Italien), die Online-Zeitung „Médiapart“ (Frankreich), die serbische Ausgabe von „Newsweek“, der „Falter“ in Wien sowie RCIJ, ein Verbund freier Journalisten aus Rumänien, die unter der Marke „The Black Sea“ auch auf Englisch veröffentlichen. „Die EIC wird weiter wachsen“, sagt „Spiegel“-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. Gespräche gibt es dem Vernehmen nach mit Medien im angelsächsischen Raum und in der Schweiz.

Mit dem Recherche-Netzwerk, das Brinkbäumers Vize Alfred Weinzierl mit dem rumänischen Journalisten Stefan Candea initiiert hat, will der „Spiegel“ sein investigatives Profil stärken. Es geht auch darum, eine journalistische Antwort zu geben auf die zusammenwachsende, globalisierte Welt. Die um 18 Uhr heute Abend im E-Paper des „Spiegels“ veröffentlichte Geschichte ist dafür ein Paradebeispiel. Brinkbäumer sagt: „Das zeigt die fulminante Wucht, die eine Recherche entwickeln kann, wenn Journalisten den Netzwerkgedanken ernstnehmen und jeder für sich in seinem jeweiligen Land über beste Kontakte verfügt“.  

In einer Satzung haben sich die Chefredakteure der im EIC zusammengeschlossenen Medien zu völliger Geheimhaltung nach außen, aber totaler Transparenz nach innen verständigt. Die Themen sollen möglichst breit interessieren und werden naturgemäß häufig vor europäischem Hintergrund spielen. Die Veröffentlichung ist zeitlich koordiniert. Dabei steht jedem Journalisten frei, die Recherchen mit dem Hinweis auf das Netzwerk unter eigenem Namen exklusiv in seinem Land zu veröffentlichen. usi 

Exklusiv für Abonnenten

Weitere Hintergründe erfahren HORIZONT-Abonnenten in der kommenden Ausgabe vom 24. März, die auch auf  Tablets oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.

Meist gelesen
stats