Einschaltquoten ARD, ZDF und Eurosport hoffen auf Schub durch Sotschi

Freitag, 06. Dezember 2013
"Die Nachfrage ist sehr hoch": Uwe Esser, Geschäftsleiter TV bei AS&S (Bild: AS&S)
"Die Nachfrage ist sehr hoch": Uwe Esser, Geschäftsleiter TV bei AS&S (Bild: AS&S)


Der Auftakt ist gelungen: Die beiden ersten Wintersportwochenenden bei ARD und ZDF brachten Zuschauerquoten auf Vorjahresniveau – auch wenn die Wetterkapriolen in Schweden die Biathlon-Verfolgungsrennen in Östersund aus dem Zweiten bliesen. Mit Blick auf die Olympischen Winterspiele bedeutet dies jedoch keinen Beinbruch, denn in Richtung Sotschi – dies zeigen Erfahrungen aus früheren Olympia-Saisons – ist mit erhöhtem Publikumszuspruch zu rechnen. „Die Zuschauer verfolgen den Weg ihrer Athleten zum Saisonhöhepunkt mit höherer Aufmerksamkeit“, beobachtet Markus Lichti, Wintersportexperte des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Repucom. Allerdings lasse sich die höhere Qualität der Nutzung nur schwer messen. Für die Werbevermarktung der klassischen Wintersportsender ARD, ZDF und Eurosport sind dies gute Vorzeichen. „Die Nachfrage nach Wintersportpaketen ist sehr hoch“, bestätigt Uwe Esser, Geschäftsleiter TV der ARD-Werbung Sales & Services (AS&S). Bis auf Skispringen seien sämtliche Sponsoringpakete verkauft. „Seit zwei bis drei Wintersportsaisons registrieren wir eine signifikant stärkere Nachfrage nach Werbeplätzen, insbesondere nach Sonderwerbeformen“, sagt Esser.

Vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht der Sender bedauerlich, dass es in der Saison 2013/14 wegen Olympia ausfallender Weltmeisterschaften deutlich weniger Wintersport-Übertragungstage mit Werbemöglichkeiten gibt. Mit Sotschi sind es bei der ARD beispielsweise 22, ohne sind es 16 Tage; in der Vorsaison waren es 35 Tage. Um ein zusätzliches aufmerksamkeitsstarkes Werbeumfeld zu bieten, läuft im Ersten ab drei Wochen vor Beginn der Spiele in Sotschi (7. bis 23. Februar) von Montag bis Donnerstag um 19.50 Uhr ein Kurzformat mit Berichten über die Vorbereitungen der deutschen Athleten.

Auch für Eurosport sind solche Vorlauf-Formate wichtig, denn der Spartensender muss aus der Not eine Tugend machen: Aufgrund der aktuell nicht mehr europaweit an die EBU vergebenen Live-Rechte kann der paneuropäische Sender keine gewohnte Live-Berichterstattung aus Sotschi bieten. Mit dem zurzeit monatlichen, ab Januar dann wöchentlichen Format „Mission to Sochi“, wird indes im Vorfeld über die Schauplätze in Russland und die Favoriten berichtet. Vor Ort wartet Eurosport mit einem Live-Studio auf, aus dem Experten nachrichtlich und mit Interviews über das Geschehen berichten. Auf welche Bilder man letztlich Zugriff habe, sei noch offen, sagt Eurosport-Marketingdirektor Werner Starz, man befinde sich in Gesprächen. Insgesamt bieten die Eurosport-Kanäle aber mit 1500 Stunden Wintersport in zwölf Disziplinen das umfassendste Angebot im Saisonverlauf. joz
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