Einigung Wie die Sender künftig Scripted-Reality-Formate kennzeichnen müssen

Montag, 22. September 2014
Formate wie "Berlin Tag & Nacht" müssen künftig einheitlich gekennzeichnet werden
Formate wie "Berlin Tag & Nacht" müssen künftig einheitlich gekennzeichnet werden
Foto: Foto: RTL 2

Die Landesmedienanstalten haben sich nach langen Diskussionen mit den Privatsendern auf eine einheitliche Kennzeichnung von Scripted-Reality-Formaten geeinigt. Die Sender genießen aber nach wie vor weitgehende Freiheiten bei der Gestaltung der Einblendungen.
Die Medienhüter hatten mit den Sendern lange um die Art und Weise der Kennzeichnung von Scripted Reality-Sendungen gerungen. Ob die nun verabschiedeten Leitlinien für die Zuschauer aber tatsächlich zu mehr Transparenz führen, muss sich erst noch zeigen. Die Sender haben den Medienhütern große Freiheiten bei der sprachlichen und optischen Ausgestaltung der Hinweise abgerungen: Statt einer feststehenden Formulierung wurden "sprachliche Module zur Kennzeichnung" vereinbart. Die Sender können die sogenannten Basismodule wie zum Beispiel "Die Geschichten sind frei erfunden", nach Gusto kombinieren und variieren. Auch bei der Gestaltung der Hinweise haben die Sender weitgehend freie Hand. So dürfen in dem Hinweis Typographie und Farben des entsprechenden Formats übernommen werden. Immerhin: Die Kennzeichnung soll "nach Größe, Form, Farbgebung und Dauer der Einblendung gut lesbar" sein. Eine Platzierung am Ende der Sendung ist laut Vereinbarung ausreichend. Ein Hinweis am Beginn der Sendung sei lediglich "optional". Die Sender sollen "verantwortungsbewusst für das betreffende Format die möglichst passende Formulierung und Platzierung auswählen" heißt es in den Leitlinien - im Zweifelsfall werden sie sich für eine möglichst unauffällige Einblendung entscheiden.

Die Leitlinien gelten außerdem nur für neu produzierte Sendungen. Bereits fertiggestellte Sendungen und Wiederholungen können wie bisher ausgestrahlt werden und müssen nicht neu bearbeitet werden. Insgesamt haben sich die Landesmedienanstalten also auf einen Minimalkonsens eingelassen, der den Sendern nach wie vor viele Freiheiten lässt.

Nachdem die Medienhüter den Sendern zuletzt mehrfach mit gesetzlichen Regelungen gedroht haben, betonen beide Seiten nun die konstruktiven Gespräche: "Die Gremienvorsitzendenkonferenz begrüßt einhellig die verabschiedeten Leitlinien. Sie sind Ergebnis eines sachlich und konstruktiv angelegten Dialogs zwischen Gremienmitgliedern und Sendervertretern und legen den Grundstein für eine künftig verständlichere und besser wahrnehmbare Kennzeichnung von Scripted-Reality-Sendungen", sagt Winfried Engel, Vorsitzender der Gremienvorsitzendenkonferenz der Landesmedienanstalten. Eine erste Evaluierung der der Leitlinien soll in einem Jahr erfolgen. dh
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