Einigung Deutsche Bank zahlt Kirch-Erben 775 Millionen Euro

Donnerstag, 20. Februar 2014
Die Deutsche Bank will den Streit mit den Kirch-Erben endlich vom Tisch
Die Deutsche Bank will den Streit mit den Kirch-Erben endlich vom Tisch


Die Deutsche Bank und die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch haben sich auf einen Vergleich geeinigt. Die Deutsche Bank bezahlt den Kirch-Erben rund 775 Millionen Euro plus Zinsen und eine Kostenpauschale. Mit dem Vergleich endet ein Rechtsstreit, der seit fast zwölf Jahren andauert. Die Deutsche Bank und die Erben von Leo Kirch haben sich geeinigt. Die Parteien haben am Donnerstag einen Vergleich unterzeichnet, der den seit über zehn Jahren andauernden Rechtsstreit zwischen der Bank und den Kirch-Erben beendet. Das gab die Bank am Donnerstag bekannt. Das Frankfurter Geldhaus bezahlt insgesamt 775 Millionen Euro plus Zinsen und sonstiger Kosten. Der Vergleich werde sich im 4. Quartal in einer Ergebnisverringerung in Höhe von rund 350 Millionen Euro nach Steuern niederschlagen.

Co-Vorstandschef Anshu Jain habe die Verhandlungen mit der Gegenseite zuletzt persönlich vorangetrieben, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Auch Aufsichtsratschef Paul Achleitner habe die Angelegenheit endlich vom Tisch haben wollen. Der Rechtsstreit war zunehmend zu einer Belastung für die größte Deutsche Bank geworden. Derzeit wird gegen Co-Chef Jürgen Fitschen, den ehemaligen Bank-Chef Josef Ackermann und weitere ehemalige Vorstände wegen des Verdachts auf Falschaussage und Prozessbetrugs ermittelt.

Mit dem Vergleich endet ein Rechtsstreit, der die Bank und die Öffentlichkeit seit nunmehr fast zwölf Jahren in Atem hält. Nach Ansicht von Leo Kirch und seiner Erben hat der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, den Zusammenbruch des damals bereits hochverschuldeten Medienimperiums ausgelöst. Der Bankchef hatte in einem Fernsehinterview Zweifel an der weiteren Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe angedeutet. "Erschossen hat mich der Rolf", so die Überzeugung des einstigen Medienmoguls. Nach dem Untergang der Kirch-Gruppe überzog er Breuer und die Deutsche Bank daher mit Klagen.

2011 ließ die Bank einen bereits fertig ausgehandelten Vergleich noch platzen. Damals schien sich die Bank noch sicher zu sein, den Streit vor Gericht für sich zu entscheiden. Im Dezember 2012 verurteilte das Oberlandesgericht München die Bank allerdings zur Zahlung von Schadensersatz. Über die genaue Höhe wurde seither weiter gestritten. Für Rolf Breuer ist die Einigung eine schlechte Nachricht: Die Bank wird ihren ehemaligen Vorstandschef wohl in Regress nehmen - schon um sich selbst gegen mögliche Klagen von Aktionären abzusichern. dh

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es unter Berufung auf einen Medienbericht, die Deutsche Bank müsse inklusive Zinsen und sonstiger Kosten 925 Millionen Euro zahlen.
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