"Einfach Top - ohne Model" Pinkstinks schießt wieder gegen "Germanys Next Top Model"

Dienstag, 18. März 2014
Heidi Klum mit ihren Co-Juroren Wolfgang Joop (l.) und Thomas Hayo (Bild: Pro Sieben)
Heidi Klum mit ihren Co-Juroren Wolfgang Joop (l.) und Thomas Hayo (Bild: Pro Sieben)


Bei Pinkstinks stört man sich schon lange an Pro Siebens Castingshow "Germanys Next Top Model". Nun startet die Lobbygruppe, die vor allem gegen klischeehafte Frauenbilder in Werbung und Medien vorgeht, einen neuen Versuch, um gegen die Sendung zu protestieren: Gemeinsam mit der Mädchenzeitschrift "Lizzynet" schreibt Pinkstinks einen Gedichtwettbewerb aus, bei dem 12- bis 25-Jährige sich von der Seele schreiben sollen, "was sie an Heidi Klums Castingshow und der Topmodel-Hysterie" nervt.
Der Flyer zur Protestaktion (Bild: Pinkstinks)
Der Flyer zur Protestaktion (Bild: Pinkstinks)
Das Siegergedicht soll am 8. Mai im Rahmen einer Protestaktion auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz vorgelesen werden. Am selben Tag findet in der Lanxess-Arena in der Domstadt das Finale von "Germanys Next Topmdel" statt. Was genau geplant ist, verrät Pinkstinks noch nicht. "Geplant ist eine Party, auf der jede zeigen kann, wie Top sie ist", heißt es in einer Mitteilung von Pinkstinks. "Wir alle haben es satt, dass sich Mädchen zunehmend unwohl in ihrem Körper fühlen", sagt Pinkstinks-Geschäftsführerin Stevie Schmiedel. "Jedes dritte Mädchen zeigt Symptome einer Essstörung und jede zweite hasst ihren Körper."

Pinkstinks setzt sich allerdings nicht nur gegen das in TV-Sendungen wie "Germanys Next Top Model" dargestellte Frauenbild ein. Die Berliner Organisation forderte auch schon in einer Petition an den Deutschen Werberat, bei sexuell aufgeladener Außenwerbung die Kindersicht zum Beurteilungskriterium zu machen. Das Vorgehen von Pinkstinks entwickelt sich immer mehr zum Trend, wie der deutsche Werberat im Rahmen der Vorstellung seiner Jahresbilanz für 2013 feststellte: Werbung dient gesellschaftlich engagierten Gruppen zunehmend als Vehikel, um der eigenen Position Gehör zu verschaffen.

Es wäre übrigens nicht das erste Mal, dass die Finalshow von "Germanys Next Top Model" zur Plattform des gesellschaftlichen Protests wird. Im vergangenen Jahr erreichte Heidi Klum der Sturm der Entrüstung allerdings direkt vor der eigenen Nase, als zwei Femen-Aktivistinnen oben ohne die Bühne stürmten. ire
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