EV gegen RTL Rap-Band will nicht beim "Supertalent" auftauchen

Freitag, 11. Oktober 2013
Die Supertalent Jury: (v.l.) Bruce Darnell, Guido Maria Kretschmer, Lena Gercke und Dieter Bohlen
Die Supertalent Jury: (v.l.) Bruce Darnell, Guido Maria Kretschmer, Lena Gercke und Dieter Bohlen


Eigentlich wollten sie bei der RTL-Sendung "Das Supertalent" ihr Können unter Beweis stellen, nun lässt die Berliner Rap-Gruppe Qult die Ausstrahlung ihres Auftritts gerichtlich verbieten. Der Grund: Die Musiker sind unzufrieden mit den Bedingungen, die sie bei der Aufzeichnung vorfanden, sowie den Äußerungen von Chef-Juror Dieter Bohlen. RTL weist die Vorwürfe zurück. "Die Bühnenlautsprecher waren falsch eingestellt, die Tontechnik verwendete nicht die richtige Musik und als wir uns beschwerten, ernteten wir Schmähkritik von Dieter Bohlen und sollten die Klappe halten", sagt Qult-Mann Jens Gläsker, der außerdem bemängelt, dass der Band ein fest zugesagter Soundcheck verwehrt wurde. "Wir sind professionelle Musiker, die ca. 500 Liveauftritte durchgeführt haben, ein solches Chaos wie beim Supertalent haben wir noch nie erlebt", ergänzt Gläsers Bandkollege David Günther. Die Rap-Gruppe hat deswegen per Einstweiliger Verfügung vor dem Landgericht Berlin die Ausstrahlung ihres Auftritts untersagen lassen.

"Meine Mandanten müssen laut Vertrag unentgeltlich auftreten, aber auch dann gibt es Nebenpflichten der Produktionsgesellschaft, die beachtet werden müssen", sagt der Hamburger Rechtsanwalt Bernd Roloff, der die Musiker in dem Verfahren vertritt. "Eine Entstellung der künstlerischen Leistung durch unbrauchbare technische Voraussetzungen muss nicht hingenommen werden. Außerdem habe ich Bedenken gegen den Fäkal-Kommentar von Herrn Bohlen, wonach Qult aufgesetzte Rapper-Kacke servieren würde. Insbesondere unter diesen Auftrittsbedingungen wurde hier die Grenze zur Schmähkritik überschritten."

RTL kündigte auf Nachfrage von HORIZONT.NET an, Widerspruch gegen die EV einzulegen - zumal es sich um einen Verfahrensfehler handele: Dem Sender sei bis Montag, 14. Oktober, Zeit für eine Stellungnahme eingeräumt worden, so eine Sprecherin. Die Vorwürfe der Band seien darüber hinaus nicht nachvollziehbar: Während der Aufzeichnung habe sich keiner der Musiker beschwert. Es könne nicht sein, dass Teilnehmer nach der Aufzeichnung Gründe suchten, um die Ausstrahlugng zu verhindern, "dafür gibt es Verträge." ire
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