ESC 2016 Twitter-Nutzer schäumen wegen Naidoo-Nominierung

Donnerstag, 19. November 2015
Xavier Naidoo zum ESC? Twitter-Nutzer sind emppört
Xavier Naidoo zum ESC? Twitter-Nutzer sind emppört
Foto: Vox

Die ARD will Singer-Songwriter Xavier Naidoo im kommenden Jahr zum Eurovision Song Contest schicken. Nun war Naidoo in der Vergangenheit nicht nur mit seiner Musik, sondern auch mit zweifelhaften politischen Äußerungen aufgefallen. Auf Twitter regt sich deshalb Kritik an seiner Nominierung.
Besonders in Erinnerung geblieben ist ein Auftritt Xavier Naidoos bei einer Veranstaltung der so genannten Reichsbürger, die die Bundesrepublik nicht als souveränen Staat anerkennen. Am Tag der deutschen Einheit sprach Naidoo auf einem Podium vor dem Reichstag in Berlin und bezeichnete unter anderem die "offizielle Version" zu den Anschlägen vom 11. September als Lüge. Zudem vertrat er mehrmals die Meinung, Deutschland sei "kein richtiges Land", weil es immer noch "besetzt" sei. Außer Rechtspopulismus wurden ihm außerdem auch schon Homophobie und Antisemitismus vorgeworfen. Der Sender Vox, wo Naidoo seit einigen Jahren sehr erfolgreich die Musikshow "Sing meinen Song" moderiert, sah sich im vergangenen Jahr daher gezwungen, sein Aushängeschild zu verteidigen. Und auch ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber stellt sich vor Naidoo. In einem auf eurovision.de veröffentlichten Interview sagte er: "Xavier Naidoo ist weder rechtspopulistisch noch homophob oder antisemitisch." Vielmehr engagiere er sich für die deutsch-israelische Freundschaft und für Flüchtlinge und arbeite darüber hinaus "mit zahlreichen Menschen zusammen, die in den unterschiedlichsten Lebensentwürfen leben."

Viele Menschen sind allerdings nicht der Meinung, dass Naidoo auf die ESC-Bühne gehört. Auf Twitter machen sie, darunter viele prominente Medienschaffende, ihrem Ärger über seine Nominierung Luft.


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