EBU-Generaldirektorin Deltenre Mehr Marketing für Filme

Dienstag, 10. September 2013
Der Medienkongress findet im Rahmen der Internationalen Funkausstellung statt
Der Medienkongress findet im Rahmen der Internationalen Funkausstellung statt


Angesichts des sich schnell fragmentierenden TV-Marktes appelliert Ingrid Deltenre, Director General des europäischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkverbandes EBU, an Sender und Produzenten, mehr Geld für Marketing in die Hand zu nehmen. Während in den USA in den Filmbudgets im Schnitt 30 Prozent für Marketing vorgesehen sind, fließen in Europa gerade mal 5 Prozent in die Werbung - mit negativen Folgen. Die US-Studios können ihre Produktionen in viele Länder weiterverkaufen, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass sie für die Filme im Ausland werben. In Europa ist das Bewerben von Filmen im Ausland dagegen die Ausnahme. "Deshalb kennt man auch kaum Filme aus anderen Ländern", sagt Deltenre auf dem Internationalen Medienkongress, der im Rahmen der IFA in Berlin stattfindet. Angesichts einer schnell wachsenden Konkurrenz hält sie es für wichtig, dies zu überdenken, bringt der Verkauf in mehrere Länder doch auch neue Refinanzierungsmöglichkeiten. "Es braucht mehr Marketing, das muss der strategische Punkt in jedem Produktionsbudget sein", sagt sie.

Zudem fordert sie Sender und Produzenten auf, in Europa besser zusammenzuarbeiten. "Auch das macht die Refinanzierung einfacher", sagt sie. "Wenn jeder nur für sich kuschelt, wird es nicht besser!" Die Filmwirtschaft müsse sich schnell auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen, weil sich die traditionellen Verwertungsketten auflösen. So sinkt der DVD-Absatz schnell und wird nicht durch Interneterlöse kompensiert, die häufig auf Streaming-, statt auf Kaufmodellen fußen und weniger Geld in die Kasse spülen. "Für die Filmrefinanzierung sind Distributionserträge ein Problem", sagt sie. In den USA führt das bereits dazu, dass weniger produziert wird. pap
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