E-Marketer-Prognose Jeder vierte Deutsche nutzt 2018 einen Adblocker

Dienstag, 06. Juni 2017
Auch Big Player wie Apple und Firefox locken Verbraucher inzwischen mit Adblockern
Auch Big Player wie Apple und Firefox locken Verbraucher inzwischen mit Adblockern
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Adblocker Emarketer Werbungtreibende


Werbungtreibende müssen sich auch im nächsten Jahr dem Trend des Adblockings stellen - dies ist ein Fazit einer aktuellen Studie des Forschungsunternehmens E-Marketer. Die Experten schätzen, dass Ende nächsten Jahres ein Viertel der deutschen Bevölkerung einen Adblocker nutzen wird.

In absoluten Zahlen bedeutet diese Schätzung, dass 20,3 Millionen deutsche Internetuser Werbung auf ihren internetfähigen Geräten blockieren werden. Bislang liegen 18- bis 24-Jährige bei der Adblocker-Nutzung ganz vorne: 52,1 Prozent dieses Alterssegment werden Werbung in diesem Jahr ausblenden. Darauf folgen laut E-Marketer-Vorhersage 25- bis 24-Jährige, von denen 40,7 Prozent Adblocker installieren werden.

Zur Studie

Emarketer erstellt seine Einschätzung auf Basis von Analysen quantitativer sowie qualitativer Daten von Marktforschungsunternehmen, Regierungsstellen, Medienunternehmen ebenso wie auf Grundlage von Interviews mit Entscheidern, Publishern und Agenturen.
Insgesamt schätzt das Forschungsunternehmen, dass 2017 fast 19 Millionen Menschen Werbung ausblenden werden, die meisten davon auf dem Laptop oder Computer (fast 90 Prozent). Die Adblocker-Nutzung auf dem Smartphone fällt laut E-Marketer (noch) geringer aus: Hier wollen den Schätzungen zufolge nur 28,6 Prozent keine Werbung sehen. Den Grund hierfür sieht das Unternehmen darin, dass die Adblocker für das Handy noch ausbaubedürftig und nicht so effektiv seien wie auf dem Desktop. So würde beispielsweise bei Apps trotz Blocker weiterhin Werbung ausgespielt.
E-Marketers schätzt, wie viele Deutsche von 2016 bis 2018 Adblocker nutzen werden (Rot: Desktop, schwarz: Handy)
E-Marketers schätzt, wie viele Deutsche von 2016 bis 2018 Adblocker nutzen werden (Rot: Desktop, schwarz: Handy) (Bild: Emarketers)

Karin von Abrams, Chefanalystin bei E-Marketer, erklärt, dass deutsche Internetuser sich den potenziellen Sicherheitslücken schon immer mehr bewusst waren als beispielsweise die Nutzer in Großbritannien. Deswegen fühlten sich viele von den Anzeigen gestört und sähen keinen Vorteil in ihnen, analysiert von Abrams. Auch dass das Online-Verhalten aufgezeichnet und analysiert werden könne, gefiele den Usern nicht. Trotzdem sähen die Nutzer auch, dass ihre Lieblings-Websites und Apps Nutzerdaten benötigen, um ein gutes Kundenerlebnis zu ermöglichen, so die Chefanalystin. bre

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