E-Commerce-Riese Amazon-Manager Missler bläst zum Angriff auf das deutsche Mediageld

Mittwoch, 20. Januar 2016
Umgarnt Werbungtreibende: Amazon-Manager Philip Missler
Umgarnt Werbungtreibende: Amazon-Manager Philip Missler
Foto: Alex Grimm / Getty Images

Der erste Auftritt von Philip Missler vor großem Publikum beim Deutschen Medienkongress ist eine Kampfansage an die etablierten Onlinevermarkter. Seit einem Jahr ist der Manager verantwortlich für das deutsche Mediageschäft von Amazon. „Wir wollen nicht immer der größte, aber der effektivste Partner der Kunden sein“, sagte er vor rund 400 Zuhörern in der Alten Oper in Frankfurt.

Amazon, lange nur als Shopping-Plattform unterwegs, hat große Pläne für sein Werbegeschäft und will wie Google ein Partner für große, aber auch kleine Unternehmen sein: „Jeder Werbungtreibende soll Zugang zu unseren Marketingmöglichkeiten haben.“

In der Onlinevermarktung kommt mit Amazon ein Player hinzu, der das Geschäft durcheinander bringen kann. Laut einer Forrester-Studie starten 26 Prozent aller Käufer – egal, ob sie das Produkt später stationär oder im Netz erwerben – ihre Inspirationssuche nach Produkten bei Amazon. Für Werbungtreibende birgt die Präsenz auf der Plattform damit große Chancen. 
Philip Missler setzt auf Analyse von Daten
Philip Missler setzt auf Analyse von Daten (Bild: Alex Grimm / Getty Images)
Vor allem mit möglichen Kostenersparnissen argumentiert Missler. Im vergangenen Jahr habe man sich bei Amazon darauf konzentriert, die Messbarkeit der Werbeformate zu optimieren. Mit den Reportings, die der Konzern aufgrund der vielen Nutzerinformationen, die die Plattform hat, erstellen kann, lassen sich Mediapläne in nahezu Echtzeit optimieren und so die Effizienz der Werbeinvestitionen deutlich steigern. „Wir wollen aus den Daten zielführende, hilfreiche Informationen machen, um den Return on Advertising Spent zu optimieren“, sagt er. 
Der 8. Deutsche Medienkongress fand erneut in der Alten Oper statt
Bild: dfv

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Im vergangenen Jahr hat Amazon laut Missler die Zusammenarbeit mit den Mediaaagenturen ausgebaut. „Für die Kunden sind die Mediaagenturen wichtig, also sollten sie es auch für uns sein.“ Inhaltlich habe Amazon erste Test gestartet, um für Markenwerbung ein Umfeld zu schaffen. So war die Homepage zum Start des „Minion“-Kinofilms in Gelb gebrandet. Solche Möglichkeiten will Missler ausbauen.

Die Frage danach, wen er als härtesten Wettbewerber in Deutschland sieht, macht Missler keine Angaben. Nicht die Konkurrenz stehe im Mittelpunkt der Überlegungen, sondern die Kundenbedürfnisse. pap

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