Durchsuchung Kartellamt ermittelt wegen möglicher Wettbewerbsabsprachen gegen DuMont

Montag, 11. Dezember 2017
Die Zentrale der DuMont Mediengruppe in Köln
Die Zentrale der DuMont Mediengruppe in Köln
© DuMont

Das Bundeskartellamt hat am vergangenen Dienstag Räume der DuMont Mediengruppe in Köln durchsuchen lassen. Hintergrund der Aktion ist der Verdacht auf mögliche Wettbewerbsabsprachen zwischen dem Kölner Zeitungshaus und dem Verlag des Bonner Generalanzeigers. 
Insgesamt zehn Mitarbeiter des Bundeskartellamtes haben mit Unterstützung der Polizei bei DuMont und in einer Rechtsanwaltskanzlei Beweismaterial sichergestellt. DuMont bestätigte die Durchsuchung gegenüber HORIZONT Online. Es gehe um die Aufklärung eines Sachverhalts aus dem Jahr 2000. Der Vorstand von DuMont um Vorstandschef Christoph Bauer informierte die Mitarbeiter per Mail über die Durchsuchung. Darin werden auch Details genannt: "Es wird untersucht, ob es zwischen der Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser (Bonner General Anzeiger) und M. DuMont Schauberg (Express, Kölner Stadt-Anzeiger) eventuell unzulässige Absprachen gegeben hat und diese gegebenenfalls umgesetzt wurden", heißt es in dem internen Schreiben, aus dem Meedia zitiert. Dabei soll es um Vertriebs- und Gebietsabsprachen gehen. 

DuMont wollte sich 2004 mit 18 Prozent an der Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser beteiligen. Das Bundeskartellamt untersagte den Zusammenschluss allerdings, weil er zu einer Verstärkung der marktbeherrschenden Stellungen auf den betroffenen Leser- und Anzeigenmärkten geführt hätte. Zwischen den beiden Verlagen bestanden damals bereits vielfältige wirtschaftliche Verflechtungen, unter anderem über die gemeinsam kontrollierte Bonner Anzeigenblatt GmbH & Co. KG, Bonn, die im Kernverbreitungsgebiet des "General-Anzeiger" Anzeigenblätter herausgibt. Die wechselseitigen Beteiligungen wurden allerdings Ende 2016 aufgelöst. 

In der Mail von DuMont wird gemutmaßt, dass der Verlag des Bonner Generalanzeigers die Ermittlungen mit einer Selbstanzeige selbst ins Rollen gebracht habe, da der Verlag derzeit über einen Verkauf verhandelt. "Dem Vernehmen nach befindet sich die Verlagsanstalt Neusser in Verhandlungen zur Veräußerung des Unternehmens", heißt es dort. Man werde mit den Behörden zusammenarbeiten und werde "alles unternehmen, um den Sachverhalt aufzuklären und Schaden vom Unternehmen abzuwenden". dh
HORIZONT Newsletter Vor 9 Newsletter

Der Wake-Up Call der Branche

 


Meist gelesen
stats