Dumont Berlin „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“ - alles neu im Impressum

Mittwoch, 02. November 2016
Ihr Name fehlt im Impressum: Jutta Kramm
Ihr Name fehlt im Impressum: Jutta Kramm
Foto: Dumont

Die neue Struktur, die die DuMont Mediengruppe ihren Titeln in der Hauptstadt verordnet, spiegelt sich seit heute im Impressum. Ein Name taucht dort nicht mehr auf: der von Jutta Kramm, seit 25 Jahren bei der „Berliner Zeitung“, zuletzt als stellvertretende Chefredakteurin.

Neuer Chefredakteur der „Berliner Zeitung“ ist seit dem heutigen Tag Jochen Arntz, hinter dessen Name im Impressum die neue Gesellschaft Berliner Newsroom GmbH aufgeführt ist. Sie wird in Zukunft als redaktioneller Dienstleister für alle Print- und Digitalmedien des Berliner Standorts fungieren. Neu ist, dass der fürs Digitale zuständige Thilo Knott und Elmar Jehn, Chefredakteur des „Berliner Kurier“, nun als Mitglieder der Chefredaktion im Impressum der „Berliner Zeitung“ stehen.

Entsprechend geändert wurde auch das Impressum des „Berliner Kuriers“. Angeführt wird es von Elmar Jehn als Chefredakteur mit dem ebenfalls in Klammern versehenen Zusatz „Berliner Newsroom GmbH“. Mitglieder der Chefredaktion des Boulevardblatts sind, vice versa, Jochen Arntz und Thilo Knott.

Berliner Verlag
Bild: Dumont

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Jan Schmidt, bisher Jehns Stellvertreter, steht nun als Redaktionsleiter im Impressum des „Berliner Kurier“.  In dieser Logik müsste Jutta Kramm als Pendant bei der „Berliner Zeitung“ fungieren. Ihr Name ist jedoch aus dem Impressum komplett verschwunden.

Schon in der vergangenen Woche war die Redaktion intern darüber informiert worden, dass Tobias Miller, bisher Ressortleiter Politik/Wirtschaft, und Lokalchef Arno Schupp Redaktionsleiter der „Berliner Zeitung“ würden. Für Kramm, seit 25 Jahren Mitglied der Redaktion, seit 2009 stellvertretende Chefredakteurin und zuletzt übergangsweise alleinige Redaktionsspitze, scheint DuMont keine Verwendung mehr zu haben. Geklärt ist ihre Situation dem Vernehmen nach nicht. Mit dem Tilgen ihres Namens aus dem Impressum wurden allerdings vollendete Tatsachen geschaffen.

Wie berichtet, gründet DuMont die Berliner Newsroom GmbH mit fünfzig Stellen weniger als in den heutigen Redaktionen von „Berliner Kurier“ und „Berliner Zeitung“. Auf die verbleibenden können sich die bisherigen Mitarbeiter bewerben, konkurrieren dabei aber mit Bewerbern von außen.
Jochen Arntz
Bild: DuMont Mediengruppe

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Aktuell ausgeschrieben werden bisher lediglich die Stellen für einen News- und einen Textchef, zwei Layouter und zwei Teamleiter für die Art Direction. Der Newsroom soll schrittweise bis voraussichtlich Mitte kommenden Jahres aufgebaut sein.

In einem Interview mit der „Zeit“, das am Donnerstag erscheint, beschreibt Christoph Bauer, der Vorstandsvorsitzende der DuMont Mediengruppe, die drastischen Einschnitte als alternativlos. Bauer spricht von einer „Todesspirale“, in der sich die DuMont-Zeitungen befänden, schildert die Umstände als „existenzbedrohend“ und sagt, es gehe „ums nackte Überleben der Titel“. usi

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