"Dschungelcamp" Warum das Format für RTL 2014 so wichtig ist wie nie

Donnerstag, 16. Januar 2014
Auch 2014 wieder im Einsatz: Sonja Zietlow und Daniel Hartwich (Foto: RTL/Stefan Gregorowius)
Auch 2014 wieder im Einsatz: Sonja Zietlow und Daniel Hartwich (Foto: RTL/Stefan Gregorowius)


Für RTL ist der Jahresbeginn mittlerweile fast schon traditionell besonders wichtig - aus Vermarktungs- wie aus Quotengesichtspunkten. Mit dem Dreigestirn "Deuschland sucht den Superstar", "Der Bachelor" und "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" bringt der Sender gleich drei seiner quotenträchtigsten Pferde an den Start. Besonders große Hoffnungen ruhen auf dem "Dschungelcamp", das morgen in seine achte Auflage geht. Seit einigen Jahren erweist sich die Realityshow nicht mehr nur als Quotenriese, sondern auch als höchst lukrativ für den Vermarkter IP Deutschland. Die Zeiten, in denen RTL Probleme hatte, die Werbeflächen im Umfeld von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" zu vermarkten, sind längst vorbei. In den ersten fünf Staffeln war das "Ekel-Image" noch schwerer zu vermitteln, Werbekunden machten einen großen Bogen um die Show.

Mittlerweile hat sich das "Dschungelcamp" in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch etabliert, wurde sogar mit einer Nominierung für den Grimme-Preis bedacht - und seit der sechsten Staffel im Jahr 2012 klingeln auch so richtig die Kassen. "Das Dschungelcamp ist jetzt endlich dort anzukommen, wo es hingehört: Es ist einfach allerbeste Comedy", resümierte damals IP-Geschäftsführer Matthias Dang im HORIZONT.NET-Interview. Seitdem ist die Resonanz der Werbekunden riesig, alle Sonderwerbeformate bereits im Voraus ausgebucht - das Reality-Format aus dem australischen Dschungel hat sich gewissermaßen zum "Cash Kangaroo" von RTL entwickelt.

Gabby stand nicht nur vor der RTL-Kamera (Foto: Stefan Menne)
Gabby stand nicht nur vor der RTL-Kamera (Foto: Stefan Menne)
Auch die Publicity ist schon vor dem Start am morgigen Freitag ungebrochen groß. Allen voran die "Bild" trommelt für "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" und hat sogar einen eigenen "Dschungel-Reporter" vor Ort. Für Schlagzeilen sorgen auch die Kandidaten, obwohl die ganz großen Namen fehlen. Wie so oft gilt auch bei dieser Ausgabe: Das Who is Who ehemaliger Realityshow-"Sternchen" gibt sich die Ehre: Vertreten sind Ex-Kandidaten von "DSDS", "Der Bachelor", "Germany's next Topmodel" und "Popstars". Bei letzterer Castingshow siegte vor sechs Jahren Gabby Rinne, pünktlich vor ihrem Einzug ins Dschungelcamp zog sie sich noch schnell medienwirksam für den "Playboy" aus.

Die Aufmerksamkeit kann der Kölner Sender gerade besonders gut gebrauchen. Das TV-Jahr 2013 war für RTL mit einem Marktanteil von 11,3 Prozent beim Gesamtpublikum das schlechteste seit rund 20 Jahren, in der Zielgruppe von 14 bis 49 Jahren entschieden sich "lediglich" 14,5 Prozent für den langjährigen Marktführer. Da kommt der zuletzt starke Jahresauftakt gerade recht: 2013 holte RTL im Januar mit "DSDS", "Dschungelcamp" und "Der Bachelor" satte 18,0 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen; 2012 waren es sogar 19,2 Prozent.

Entsprechend groß ist die Hoffnung, mit einem guten Start ein positives Zeichen für 2014 zu setzen - gleichzeitig aber verspürt man in Köln auch den Druck, einen besonders starken Januar hinlegen zu müssen. In den vergangenen beiden Jahren gelang das, RTL zehrte lange Zeit vom guten Jahresauftakt. Auch 2014? "DSDS" startete vor zwei Wochen sehr verhalten, erlebte allerdings eine kleine Renaissance und lieferte zuletzt gute Quoten. Gleiches wird nun vom "Dschungelcamp" und ab 22. Januar auch von "Der Bachelor" erwartet - sonst droht RTL dieses Jahr ein weiterer Rückgang der Marktanteile. fam
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