Drei weitere neue Titel Jahreszeiten Verlag stößt mit "Lafer" ins Segment der Personality-Magazine vor

Donnerstag, 03. August 2017
Das Titelbild der ersten Ausgabe von "Lafer"
Das Titelbild der ersten Ausgabe von "Lafer"
© Jalag

Der kleine Jahreszeiten Verlag (Jalag) kann's nicht lassen. War bisher bekannt, dass die Hamburger in diesem Jahr vier neue Zeitschriften herausbringen – und ihr Portfolio damit im Vergleich zu Anfang 2016 fast verdoppeln – wollen, zeigt sich jetzt: Da kommt noch mehr.

Und zwar unter anderem ein Food- und Personality-Magazin mit dem Fernsehkoch Johann Lafer. Es steht erstmals zu dessen 60. Geburtstag am 27. September im Kiosk, unter dem Namen "Lafer – Das Journal für den guten Geschmack". Nach zwei Ausgaben in diesem Herbst soll es ab 2018 mindestens vierteljährlich erscheinen. In vielen Auslandsmärkten seien Testimonial-Titel "eines der erfolgreichsten Segmente überhaupt, und auch in Deutschland ist die Gattung inzwischen erfolgreich", sagt Jalag-Marketinggeschäftsführer Peter Rensmann und nennt Gruner + Jahrs "Barbara" (Schöneberger) als "gutes Beispiel" dafür.

Nun also Lafer. "Im boomenden Segment der kulinarischen Medien ist das Konzept, das wir mit ihm erarbeitet haben, einzigartig", meint Rensmann. Neben rund 40 saisonal abgestimmten und von Lafer kommentierten Rezepten gibt es auch kulinarische Reisethemen, Fotoreportagen rund um Natur und Handwerk, feuilletonistische Lesestücke sowie Portraits und Interviews prominenter Genussmenschen – im Premierenheft etwa mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und mit dem Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt.

Der Jalag hatte entsprechende Titelgerüchte, die seit längerem kursieren, nie bestätigt. Vielleicht, weil man erst abwarten wollte, bis der Strich unter Lafers Steuerverfahren gezogen ist. Dieses wurde 2016 beendet, Lafer zur Geldstrafe verurteilt. Jetzt darf man davon ausgehen, dass der medial omnipräsente Spitzenkoch, zugleich langjähriger Autor des Ratgeber-Buchverlags Gräfe und Unzer (GU; gehört wie der Jalag zur Ganske-Gruppe), sein neues Magazin tatkräftig bewerben wird.
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    (Bild: Jahreszeiten Verlag)
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    (Bild: Jahreszeiten Verlag)
Bereits kurz vorher, am 6. September, kommt das Ratgeberheft "Iss dich gesund", eine Mischung aus Food- und Health-Magazin. Das 84-Seiten-Heft erscheint in einer Druckauflage von 150.000 Stück. Zwei Drittel gehen einzeln in den Handel (Copypreis: 4,95 Euro), die übrigen 50.000 Exemplare sollen mit den Jalag-Titeln "Für Sie" und "Vital" im Bundle für 5,90 Euro verkauft werden. Über die Frequenz wird noch entscheiden.

"Iss dich gesund" folgt offenbar wie manche der jüngsten Jalag-Launches der Logik, mit vorhandenen Teams und Inhalten schnell und günstig neue Titel zu Trendthemen zu produzieren. In Sachen Food ("Feinschmecker", "Foodie"), Gesundheit ("Vital", "Feel Good"), Frauen ("Für Sie") und Ratgeber ("Clever leben", GU-Verlag) führt der Jalag einige traditionelle wie auch erst kürzlich gestartete Magazine und Buchreihen.

Medizinischer Berater bei "Iss dich gesund" (Arbeitstitel) ist Matthias Riedl, einer der "Ernährungs-Docs" aus der gleichnamigen NDR-Fernsehsendung und der Autoren des dazugehörigen Ratgeber-Buchbestsellers. Diese Informationen gehen aus den Media-Unterlagen des Titels hervor, die HORIZONT vorliegen. Zudem plant der Jalag dem Vernehmen nach bis Dezember noch ein weiteres Magazin, möglicherweise ebenfalls einen Testimonial-Titel.

Diese drei Hefte sowie die drei Launches in der ersten Jahreshälfte ("Feel Good", "Clever leben", regelmäßige "Für Sie"-Sonderhefte "Lieblingsrezepte für den Thermomix"), deren erste Verkaufszahlen dem Jalag Hoffnung machen, ergeben stolze sechs Neuerscheinungen in diesem Jahr.

Eine erste Bilanz scheint schon möglich: Die Erstausgabe von "Feel Good" im März habe 55.000 Hefte verkauft, so Rensmann. Er sieht den Titel damit im Einzelverkauf schon jetzt "an der Spitze im Segment der Gesundheitsmagazine". Die zweite Ausgabe des Quartalstitels ist im Juni erschienen (Copypreis 1,95 Euro).

Zum selben Preis und in derselben Frequenz ist "Clever leben" seit Mai im Handel. Das Heft liegt noch im Handel, dennoch wagt Rensmann eine Prognose: "Wir gehen von einem Verkauf zwischen 80.000 und 100.000 Exemplaren aus." Auch die zweite Ausgabe werde Werbeunterstützung in TV und Print erhalten.

Bereits im Herbst 2016 hat der Jalag das Luxusmagazin "Robb Report" ins deutschsprachige Europa geholt, als Lizenz des gleichnamigen US-Titels. Um das Heft (9,90 Euro) bei den über eine Million hiesigen Eigentumsmillionären schneller bekannt zu machen – und wegen der "guten Resonanz im Anzeigenmarkt" –, zieht der Jalag die für 2018 geplante zweimonatliche Frequenz auf dieses Jahr vor. Verbreitet werden 100.000 Hefte. Davon verkauft der "RR" laut Rensmann 16.000 Hefte über Abo und Kiosk, weitere 53.000 über rollierende Controlled Circulation mit Sonderverkaufsstellen wie Boutiquen, Hotels und Luxuswagenvermieter. Das Ziel sind knapp 20.000 Abos und 10.000 Einzelverkäufe bis Ende 2018. rp 

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