"Dreckiger Kackartikel" Warum Veganerkönig Attila Hildmann Beef mit dem Tagesspiegel hat

Montag, 23. Oktober 2017
Attila Hildmanns Reaktion auf eine negative Kritik seiner Snackbar
Attila Hildmanns Reaktion auf eine negative Kritik seiner Snackbar
© Attila Hildmann via Facebook

Der selbsternannte Veganerkönig Attila Hildmann ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Unter anderem stand er wegen seiner umstrittenen Aussagen während der Flüchtlingskrise in der Kritik. Nun schlägt ein Facebook-Post von Hildmann erneut hohe Wellen. In mehreren Beiträgen reagiert er auf eine Tagesspiegel-Rezension über seinen Veganer-Imbiss. Die Tonalität blieb dabei keineswegs oberhalb der Gürtellinie: Der 36-Jährige sprach eine offene Drohung an alle Kritiker aus.

Im Jahr 2012 eroberte Hildmanns Buch "Vegan for Fit" Platz 1 der Bestsellerliste und der Autor wurde schlagartig bekannt. Mit seinen Rezeptbüchern für die Küche ohne Tierprodukte verdiente er gutes Geld. Abseits von seinen Koch-Anleitungen macht sich die Person Attila Hildmann allerdings streitbar. Nicht nur durch seinen Lebensstil - er kaufte sich als Veganer beispielsweise einen Porsche mit Ledersitzen und trug Lederschuhe in der RTL-Show "Let's Dance" (für ihn "völlig okay"), sondern auch durch seine Aussagen auf Facebook.

Hildmanns neueste Skandal-Aktion: Er empört sich über eine Rezension der Tagesspiegel-Autorin Susanne Kippenberger, die seine Berliner Snackbar "Attila Hildmann Vegan Food" besuchte - und zu einem negativen Urteil kam. Sie kritisiert unter anderem den Fritteusen-Geruch im Etablissement, labbrige Süßkartoffeln und ein Matcha-Eis, das ihr nicht schmeckte. Den Veganer trifft die Kritik offenbar sehr. Er reagierte seit vergangenem Donnerstag auf den Artikel mit vier Facebook-Posts, die es in sich haben.

Die Historie des Wutausbruchs: In Post Nummer 1 vom 19. Oktober spricht er wütend ein Hausverbot für die gesamte Redaktion des Tagesspiegels aus und greift die Journalistin persönlich an. O-Ton Hildmann: "Ich freue mich, dass ich Sie nicht erkannt habe, sonst hätte ich Ihnen meine Pommes in Ihre Wannabe-Journalistinnen-Visage gestopft und mit Liebe ihr dreckiges Geld zurückgegeben."

Damit war für Hildmann aber offenbar immer noch nicht alles gesagt. Keine 24 Stunden später folgte ein weiterer Post, in dem er ironisch auf die Rezension anspielt und seine Burger selbst als "labbrig" bezeichnet.

Am Samstag platzte dem Starkoch dann noch einmal der Kragen und er legte eine Schippe drauf. Laut eigenen Angaben reagierte Hildmann wegen der vielen Medienberichte "in allen deutschsprachigen Tageszeitungen (Focus, Stern, Welt, Bild, Kurier.at etc.)" mit einer Einladung an alle Journalisten in sein Lokal. Er verspricht ihnen kostenloses Probe-Essen und hebt auch das Hausverbot für den Tagesspiegel und Autorin Kippenberger auf. Zudem will Hildmann eine für einen Veganer fragwürdige Wette eingehen: "Sollte die Mehrheit der Journalisten meine Burger schlechter finden als Burger mit Fleisch werde ich live vor den Kameras ein Steak essen!" Seiner Ansicht nach ist dies ein Zeichen dafür, dass er "manchmal mit Kritik umgehen kann".


Die Einladung an die Journalisten würde allerdings deutlich freundlicher wirken, hätte Hildmann nicht ein Foto von sich mit einem Gewehr sowie den Zeilen "Keiner der Journalisten braucht Bodyguards mitnehmen, ich werde ruhig bleiben, es sei denn, sie schreiben oder sagen wieder irgendeine Scheiße, dann werde ich diesmal komplett ausrasten!" angefügt.

Die offene Drohung sorgt nun wieder für Publicity und schlägt in den Medien wohl noch höhere Wellen als Hildmanns erster Wut-Post. Auch der Tagesspiegel hat den Beef von Hildmann ("der größte anzunehmende Autor veganer Kochbücher") erneut aufgegriffen: Einen coolen "Saulus-Paulus-Stunt" habe der Koch abgeliefert, urteilt Redakteur Bernd Matties. Was aber sei die Botschaft? Sein Fazit: "Am Ende wohl nur, dass sich die Methode Donald Trump auch auf niederem Niveau zu irgendwas gebrauchen lässt. Und sei es nur dazu, ein gefährliches Steak unschädlich zu machen." bre

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