Digitalradio K2 schickt Digitalradio-Kombi an den Start

Mittwoch, 03. September 2014
K2 geht mit Audio Digital Kombi Deutschland an den Start
K2 geht mit Audio Digital Kombi Deutschland an den Start
Foto: K2

Digitalradioführt hierzulande ein Schattendasein. Kaum ein Programm, das originär über den Standard DAB+ sendet, wird bislang von der Media-Analyse Radio ausgewiesen. Dennoch wagen sich die Ex-Agenturmanager Michael Enzenauer und Klaus-Peter Schulz nun an die Vermarktung.

Ihr Unternehmen K2 Media Sales wird noch in diesem Herbst die Audio Digital Kombi Deutschland an den Start bringen, wie Geschäftsführer Michael Enzenauer gegenüber HORIZONT bestätigt. Das Angebot umfasst neun Sender, die über DAB+ und/oder Webradio verbreitet werden und vorwiegend in Bayern beheimatet sind. Dazu zählen Radio München, Coolradio Jazz, Eichstätt, Kult Radio aus Bayreuth (geplanter Start: Oktober), Mega Radio, Augsburg, PN Eins aus Pfaffenhofen, Radio Lora, München, Radio Paloma aus Berlin sowie die saarländischen Programme Pop Stop und Schlagerparadies, das von K2 nur via DAB+ vermarktet wird. Die Initiative zu dieser Kombi ging vom Sendernetzbetreiber Bayern Digital Radio und der Medienaufsicht BLM aus, die den bayerischen DAB+-Programmanbietern eine Vermarktungsperspektive eröffnen wollen.

Doch die Rahmenbedingungen sind denkbar schlecht. Die kleinen Spezialsender verfügen - mit Ausnahme des Schlagerprogramms Radio Paloma - weder über Reichweitenzahlen noch bilden sie eine homogene Einheit. Ob sie gegenüber den Massenkombis von Radio Marketing Service (RMS) und AS&S Radio überhaupt einen Stich machen, darf daher bezweifelt werden. "Eigentlich fehlen uns die Voraussetzungen für eine Vermarktung", räumt Enzenauer ein. "Trotzdem wollen wir mal anfangen". Er ist überzeugt, dass sich über DAB+ qualifizierte Zielgruppen erreichen lassen, die offen sind für neue Technologien. Doch belegen kann er das nicht.

K2 will potenzielle Werbekunden zunächst mit Fallstudien locken. Gemeinsam mit den Kombi-Sendern sollen sie austesten, wie sich Werbung über DAB+, Webradio, interaktive Elemente auf der Senderhomepage und soziale Netzwerke einsetzen lässt. "Diese mehrkanalige Ansprache ist neu", behauptet der K2-Chef. Um überhaupt zu Werbeerlösen zu kommen, stellt K2 einstweilen den Verbreitungsweg Internet nach vorn und dokumentiert die Leistung seiner Mandanten anhand von Streaming-Abrufen. Den Verkauf der Kombi will Enzenauer gemeinsam mit Klaus-Peter Schulz und dem Head of Sales und Ex-90elf-Verkäufer, Jochen Weiler, in die Hand nehmen. gui

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