Digital News Initiative Deutsche Medien profitieren von Google-Initiative am stärksten

Freitag, 07. Juli 2017
Die DNI fördert journalistische Projekte
Die DNI fördert journalistische Projekte
Foto: Google

Google ist mit seiner Digital News Initiative (DNI) in diesem Jahr in Deutschland auf besonders starke Resonanz gestoßen. In der dritten Förderrunde wurden knapp 3,7 Millionen Euro für acht Projekte und sieben Prototypen von Medien in Deutschland ausgeschüttet. Danach folgen Italien (2,8 Mio.), Großbritannien (2,5 Mio.), Spanien (2,0 Mio.) und Frankreich (1,6 Mio.). Über den Fonds will das Unternehmen insgesamt 150 Millionen Euro für die Entwicklung innovativer Projekte im Bereich Journalismus investieren. Im laufenden Jahr sind das knapp 22 Millionen Euro.

In Deutschland werden 2017 zum einen fünf der insgesamt 27 europäischen Großprojekte gefördert. Das sind Vorhaben, die einen Zuschuss von bis zu einer Million Euro erhalten. So baut die Deutsche Welle mit 437.500 Euro aus dem Fonds mit dem Projekt "news.bridge" eine Plattform auf, die einen Mix aus Standardwerkzeugen für automatische Übertragung, Übersetzung, Voiceover und Zusammenfassungen von Video- und Audio-Inhalten in vielen Sprache bietet. 

WikiTribune, ein prominentes Großprojekt aus Großbritannien, wurde von Jimmy Wales, dem Gründer von Wikipedia, gestartet. Die Nachrichtenplattform erhielt 385.000 Euro. Das Projekt hat sich das "Clickbait"-Problem im Onlinejournalismus vorgenommen, bei dem reißerische Überschriften das Interesse der Anwender wecken, die Erwartungen aber nicht erfüllen können. Auf der Plattform arbeiten freiwillige Mitglieder aus der Community in einer virtuellen Nachrichtenredaktion Seite an Seite mit Nachrichten-Profis. 

Vor zwei Jahren hatte Google die Initiative zur Stärkung des digitalen Journalismus zusammen mit elf Verlagen und Medienorganisationen an den Start gebracht. Inzwischen hat der Konzern über 200 Partner gewonnen. Zur DNI gehört auch die Entwicklung bestimmter technischer Verfahren zur beschleunigten Darstellung von Webseiten aus Mobilgeräten oder eine Infrastruktur, mit der man Hacker-Angriffe auf Verlagsangebote abwehren kann. 

Zu den Gründungsmitgliedern der Initiative gehörten neben Spiegel Online unter anderem auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Die Zeit" und der Bauer-Verlag sowie News-Portale wie Heise.de und Golem. dpa 

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