Digital News Initiative Google zieht positive Zwischenbilanz für seine Medien-Initiative

Freitag, 06. Mai 2016
So verteilen sich die Fördergelder aus der Digital News Initiative bislang
So verteilen sich die Fördergelder aus der Digital News Initiative bislang
Foto: Google

Google sieht seine im Oktober gestartete europäische Medien-Initiative "Digital News Initiative" auf einem gutem Weg. Das Internet-Unternehmen wolle damit einen Rahmen für die produktive Zusammenarbeit mit Verlagen und Journalisten schaffen, sagte der für das Projekt verantwortliche Google-Manager Madhav Chinnappa am Mittwoch auf der re:publica in Berlin. "Wir verstehen uns als Teil eines gemeinsamen Ökosystems."
In der zweiten Woche im Juni solle die zweite Runde der DNI-Förderung in Wien an den Start gehen. Insgesamt will der Konzern 150 Millionen Euro über drei Jahre in das Projekt stecken.  Zu den ersten Produkten der Initiative gehört "Accelerated Mobile Pages" (AMP), das Nachrichtenseiten besonders schnell auf Smartphones lädt. "Unsere ersten Erfahrungen nach rund zwei Monaten sind sehr gut", berichtete Maximilian Rau von "Spiegel Online", einem der ersten Partner. Dabei handele es sich nicht um eine Geheimwissenschaft, jeder könne AMP für sich nutzen. Besonders bei Eilmeldungen verzeichne das Portal inzwischen deutlich mehr Aufrufe über mobile Geräte. "Und die Nutzer scheinen es zu bemerken, dass sich die Seiten deutlich schneller aufbauen." Die Entwicklung befinde sich aber noch ganz am Anfang, sagte Chinnappa. 

Die "Wirtschaftswoche" nutze inzwischen eine Reihe von Google-Produkten, darunter Google Trends, Maps und Earth, sagte Lea Steinacker, Digital Scout des Wirtschaftsmagazins. Trends nutzten die Redakteure aktiv auf für die Suche nach Geschichten. Google Earth habe die Redaktion beispielsweise nach den Terrorattacken in Brüssel genutzt, um den Lesern am Ende des Tages ein aufschlussreiches Video zu bieten. 
Sundar Pichai Google
Bild: Foto: Google

Mehr zum Thema

Digital News Initiative Deutschland bislang größter Profiteur von Googles Innovations-Fonds

Mit "Project Shield" will Google Medienhäuser in die Lage versetzen, sich online besser gegen Angriffe zu wehren. Besonders News-Sites seien immer häufiger Ziel von Hackerangriffen, sagte Chinnappa. In Schweden seien zuletzt innerhalb eines Tages gleich mehrere Seiten offline gegangen. Project Shields leite alle Zugriffe dabei zunächst über eine Prüfstelle und will somit den unmittelbaren Zugriff etwa bei einer DDOS-Attacke frühzeitig abfangen.

Zu den Gründungsmitgliedern der Initiative gehören neben "Spiegel Online" unter anderem auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Die Zeit" und der Bauer-Verlag sowie News-Portale wie Heise und Golem. Zu den "großen Projekten", die Google mit einer Summe bis zu einer Million Euro fördert, gehören aus Deutschland Vorhaben der "Frankfurter Allgemeine Zeitung", der "Rhein-Zeitung", den "Krautreportern" Sebastian Esser und Philipp Schwörbel, der auf automatisierte Texterstellung spezialisierte Firma textOmatic sowie "Headline 24" der Mediengruppe Dr. Haas GmbH. Der Axel Springer Verlag hat sich bewusst gegen eine Teilnahme entschieden und dringt darauf, dass Google Lizenzgebühren für Verlagsinhalte zahlt. dpa
Meist gelesen
stats